Trotz neuer medialer Möglichkeiten lässt sich in der Gegenwartskunst eine Hinwendung zur Zeichnung als primärer künstlerischer Ausdrucksform feststellen. Je mehr ich zeichne präsentierte einen Überblick über die aktuelle Praxis des Zeichnens und ihre Entwicklung seit den 1960er Jahren. Zu sehen waren Arbeiten von vierzig internationalen Künstler/innen, darunter ganz junge Postitionen, zum Beispiel von Ryoko Aoki, Jorinde Voigt und Mariusz Tarkawian, sowie klassische und konzeptionelle Arbeiten, unter anderem von Joseph Beuys, Cy Twombly und Heinz Emigholz.
Der Ausstellungstitel betont die persönliche Perspektive, die dem Zeichnen innewohnt, und das Potenzial, sich mit Hilfe von Zeichnungen die Welt anzueignen, Realität „aufzuzeichnen“ und zu interpretieren oder auch fantastische Bildwelten zu erfinden. Diese Vielschichtigkeit zeichnerischer Praxis und das Vermögen, abstraktes Denken zu visualisieren, Erkenntnisse zu produzieren und zu vermitteln, wollte die Ausstellung aufzeigen.
Ein besonderer Schwerpunkt des Projektes lag auf der Museumspädagogik: Das Museum veranstaltete eine Fachtagung für Lehrer, einen Zeichenmaschinen-Wettbewerb für Schulen und Zeichenkurse für verschiedene Adressatengruppen. Der zweisprachige Katalog ist als Nachschlagewerk zur gegenwärtigen zeichnerischen Praxis angelegt.

Kuratorin: Eva Schmidt
Künstler/innen: Ryoko Aoki (JP), Silvia Bächli (CH), Joseph Beuys, Stanley Brouwn (NL), Heinz Emigholz, Claude Heath (GB), Katharina Meldner, Pavel Pepperstein (RU), Tomas Schmit u.a.

Kon­takt

Museum für Gegenwartskunst Siegen

Unteres Schloss 1

57072 Siegen

www.kunstmuseum-siegen.de