Der Dokumentarfilmer Jürgen Böttcher, der als Maler den Namen Strawalde führt, gilt als einer der herausragenden Künstler der DDR. Als Filmregisseur drehte er nach seinem 1965 verbotenen Spielfilmdebut „Jahrgang 1945“ zahlreiche Dokumentar- und Experimentalfilme, die auf vielen internationalen Festivals ausgezeichnet wurden. Neben seiner Filmarbeit war Jürgen Böttcher immer auch als Maler tätig. Seine künstlerischen Bezugspunkte waren die italienische Malerei der Renaissance, deren frühe Beispiele er im Lindenau-Museum in Altenburg studierte, und die europäische Moderne, vor allem Picasso. Ausstellungen in Dresden, Karl-Marx-Stadt oder Berlin erregten in der DDR große Aufmerksamkeit, nach 1989 folgten zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland, so in Frankreich, den USA und Brasilien. Die bisherigen Retrospektiven seines Werkes konzentrierten sich entweder auf den Regisseur, so eine Werkschau bei den Leipziger Dokumentarfilmtagen, oder auf den Maler Strawalde. Das Lindenau-Museum in Altenburg richtete nun erstmals eine umfassende Gesamtschau seines filmischen und bildkünstlerischen Werkes aus. Dabei sollten auch die kulturpolitischen Widersprüche dokumentiert werden – Verbot, Verfemung und offizielle Anerkennung (Nationalpreis im Kollektiv der DEFA) –, die Jürgen Böttcher Strawaldes künstlerische Entwicklung geprägt haben.

Künstlerische Leitung: Matthias Flügge, Kurator/innen: Lucius Grisebach und Jutta Penndorf

Kon­takt

Lindenau Museum Altenburg

Gabelentzstraße 5

04600 Altenburg

www.lindenau-museum.de