Die 1958 in Köln geborene Jutta Koether ist als Malerin, Musikerin, Theoretikerin, Performerin und Schriftstellerin tätig. Ihre Bezugnahme auf die Pop- und Medienkultur und ihre Auseinandersetzung mit den Geschlechterverhältnissen in der Malerei haben die kulturelle Landschaft seit den 1980er Jahren nachhaltig geprägt. Die Überblicksausstellung „Tour de Madame“ hat nun erstmals das gesamte Spektrum ihres künstlerischen Schaffens einer breiten, internationalen Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Ausstellung zeichnete mit über 150 Werken aus den Jahren 1983 bis 2017 die künstlerische Entwicklung Koethers systematisch nach. Viele der Werke waren eine Entdeckung, da sie noch nie oder seit ihrer ursprünglichen Präsentation nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen waren.
Die Ausstellung setzte mit Koethers frühen, figurativen Gemälden ein, in denen die Künstlerin mit feinem Humor Klischees und Dynamiken der Kunstgeschichte kommentiert. In ihrer ersten prominenten Werkserie, den „roten Bildern“, malte sie Selbstporträts und Neufassungen von klassischen Kunstwerken. Während ihrer New Yorker Jahre setzte sie Traditionen der amerikanischen Malerei mit aktuellen Entwicklungen der Popkultur in Beziehung. Auch Koethers Beschäftigung mit Techno, Punk oder Hip-Hop fand ihren Weg in die Malerei. Ihre Intervention in den Kanon der Malerei setzte sich in den Bildzyklen der letzten Jahre fort, in denen sie neue Perspektiven auf das Werk von Francis Bacon, Lucian Freud oder Cy Twombly eröffnete und sich vor allem mit dem Format des Historienbildes auseinandersetzte. In einem speziell für die Ausstellung konzipierten Bildzyklus nahm sie Bezug auf Cy Twomblys „Lepanto-Zyklus" im Museum Brandhorst.
Eine von der Künstlerin kuratierte Veranstaltungsreihe ergänzte die Ausstellung um Konzerte und Performances an den Münchner Kammerspielen sowie Lesungen und Gesprächsrunden im Museum Brandhorst. In Zusammenarbeit mit den Kunsthochschulen in München und Hamburg entstand ein Workshop für junge Künstler/innen und Theoretiker/innen. Vor allem die popkulturellen Bezüge in Koethers Werk boten zahlreiche Anknüpfungspunkte für ein jüngeres Publikum, für das es ein umfangreiches Vermittlungsprogramm gab.

Künstlerische Leitung: Achim Hochdörfer
Kuratoren: Achim Hochdörfer, Tonio Kröner
Kooperationspartner: Suzanne Cotter (AU), Christoph Gurk, Dieter Rehm

Weitere Termine:

Veranstaltungsreihe, Münchner Kammerspiele, München: Herbst 2018;
Workshop mit Akademie der Bildenden Künste München und Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München: Juni 2018;
Veranstaltungsreihe, Museum Brandhorst, Bayerische Staatsgemäldesammlungen und Münchner Kammerspiele, München: Oktober 2018;
Mudam Luxembourg - Musée d’Art Moderne Grand-Duc Jean: 9. Februar - 12. Mai 2019

  • Termine

    18.05. –
    21.10.2018

    Ausstellung

    Museum Brandhorst | Bayerische Staatsgemäldesammlungen | München

Kon­takt

Museum Brandhorst

Theresienstraße 35 a
80333 München

www.museum-brandhorst.de