Den 200. Geburtstag Søren Kierkegaards im Jahr 2013 nahm das Berliner Haus am Waldsee zum Anlass für eine Ausstellung, die die existentialistischen Positionen des dänischen Philosophen und Theologen im Medium der zeitgenössischen bildenden Kunst anschaulich machte. In seinem in Berlin entstandenen Hauptwerk „Entweder – Oder“ (1843) unterscheidet Kierkegaard die Positionen eines „Ästheten“ und die eines „Ethikers“, die jeweils verschiedene Wertesysteme repräsentieren. Der Ästhet ist ein Hedonist, lässt sich von Gefühlen leiten, ist verspielt und nimmt das Leben leicht. Der Ethiker hingegen ist ein Vernunftmensch, folgt Moralvorstellungen, ist politisch interessiert und bemüht sich, ein nützliches Mitglied der Gemeinschaft zu sein.
Die Ausstellung wurde diesen beiden Positionen entsprechend zweigeteilt. Im Erdgeschoss des Hauses am Waldsee waren internationale zeitgenössische Künstler versammelt, deren Werke Qualitäten aufweisen, die die Position des Ästheten widerspiegeln: intuitiv, spirituell, ironisch, eskapistisch, erotisch. Im Obergeschoss wurden „Ethiker“ gezeigt, also Künstler, die in ihren Werken ethische, politische, moralische oder philosophische Themen behandeln.
Die eigene Lebensgestaltung und die individuelle Ausprägung der Persönlichkeit, so führte es die Ausstellung im Lichte künstlerischer Ausdrucksformen vor Augen, verdanken sich bis heute der Wahl bestimmter Geisteshaltungen, die Kierkegaard in einer bis heute gültigen Weise beschrieben hat.

Künstlerische Leitung: Katja Blomberg
Kuratorin: Solvej Helweg Ovesen
Künstler/innen: Lee Yongbaek (KR), TAL R (IL), Tom Hillewaere (BE), Iepe Rubingh (NL), Birgit Brenner, Kirstine Roepstorff (DK), Hayv Kahraman (IQ), Kerry Tribe (US), Ahmad Ghossein (LB), Renzo Martens (NL), Jeppe Hein (Dänemark), Stine Marie Jacobsen (Dänemark), Liv Strand (Schweden), Christian Falsnaes (Dänemark)

Kon­takt

Haus am Waldsee

Argentinische Allee 30

14163 Berlin

www.hausamwaldsee.de