Bei seiner künstlerischen Arbeit nimmt sich der Berliner Fotograf Michael Schmidt immer wieder mehrjährige Projekte zu bestimmten Themen vor, aus denen Fotoserien entstehen. Mit der Serie Lebensmittel begann der 1945 geborene Fotograf im Jahr 2006. Für die Lebensmittel-Serie besuchte er zum Beispiel Fischfarmen in Norwegen, Großbäckereien in Deutschland oder Schälbetriebe in Afrika für den Export von Krabben nach Europa, alles Motive aus der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Allerdings löst Michael Schmidt die Motive von ihren lokalen Bezügen ab, es ist nicht auszumachen, ob es sich zum Beispiel um Schlachtbetriebe aus Spanien, Frankreich oder England handelt. Der nüchterne Blick in die Brotkörbe, in die Käfige der Fischfarmen oder Apfelwaschanlagen erinnert in seiner seriellen Analytik an die sachliche Fotografie der 1920er Jahre. Während sich aus dem einzelnen Bild keine bestimmte Haltung des Fotografen herauslesen lässt, sorgt die Komposition der Serie durch Wiederholungen und Akzentuierungen für einen verstörenden Eindruck beim Betrachter: Die Sachlichkeit der Bilder löst sich in der Gesamtschau auf. Zur Ausstellung erschien ein Katalog, für den Michael Schmidt die Bilder zum Teil anders anordnete als in der Ausstellung, um die Möglichkeiten des Mediums Buch optimal zu nutzen.

Kurator: Markus Heinzelmann, Künstler: Michael Schmidt

Pu­bli­ka­ti­on zur Aus­stel­lung

Michael Schmidt: Lebensmittel

Hrsg. von Markus Heinzelmann

Verlag: Snoeck

264 S. mit 174 Abbildungen in Duotone und in Farbe

 

ISBN 978-3-940953-93-3

128,00 €

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