Im Zentrum des Projekts „#215“ steht die Begegnung der beiden Künstler Leo Asemota aus Nigeria und Nástio Mosquito aus Angola. Ihr Aufeinandertreffen geht zurück auf das Radioprogramm Savvy Funk der documenta 14, in dessen Rahmen die beiden Künstler über Sprachaufnahmen miteinander kommunizierten und so ein zeitlich versetzter Dialog entstand, der eine alternative Unterhaltung ermöglichte und Zeit für Reaktionen ließ. Die Ausstellung „#215“ knüpft an diesen fortlaufenden persönlichen Austausch zwischen den Künstlern an, Gesprächsformen wie Monolog, Dialog oder Interaktion charakterisieren daher auch ihre aktuelle künstlerische Zusammenarbeit. Die Kommunikationsform erinnert dabei an Ulónga, eine angolanische Erzähltradition, in der eine Person von ihren Erlebnissen, Gedanken und Gefühlen seit dem letzten Zusammentreffen berichtet. Diese Form der gemeinschaftlichen Rede hat ihren Ursprung in Versammlungen, in denen Entscheidungen erst nach Anhörung aller Positionen im Konsens getroffen werden.

Das Projekt stellt Fragen des Künstlerdaseins, der Herkunft sowie künstlerische Herangehensweisen ins Zentrum und reflektiert die gemeinsame Verständigung darüber. Alle Arbeiten werden eigens für den Portikus entwickelt und den geografischen, räumlichen und atmosphärischen Besonderheiten des Ortes angepasst. Die Ausstellung thematisiert zeitgenössische und traditionelle Formen von Konversation und ihre Temporalität sowie die Funktion von Sprache in der künstlerischen Produktion. Der Portikus wird durch die Werke zu einem Ort, an dem Begegnung, Privatheit und Öffentlichkeit, Manifestation und Gedanken koexistieren.

 „#215“ ist die erste gemeinsame Ausstellung von Leo Asemota und Nástio Mosquito. Beide Künstler arbeiten mit verschiedenen Medien und Techniken, wie Performance, Video, Musik und Installation und binden dabei ein ganzes Team von Mitarbeitern, ein: das #215 Studio. Dazu gehören Schreiner, Grafikerinnen, Mediengestalter und Architektinnen. Die Arbeiten der beiden Künstler sind gekennzeichnet von dem Versuch der biografischen sowie politischen Verortung. Diese spielt sowohl für Leo Asemota, der in Benin City in Nigeria geboren wurde und in London und Benin City lebt, als auch für Nástio Mosquito, der in Angola geboren wurde und zwischen Lissabon und Ghent pendelt, eine große Rolle.

Künstlerische Leitung: Christina Lehnert (DE)
Kuratoren: Christina Lehnert (DE), Bonaventure Ndikung (CM/DE)
Mit: Leo Asemota (NG), Nástio Mosquito (AO), #215 Studio (Xenia Bond, Jack Brennan, Jakob Brugge, Janusch Ertler, Claudia Famulok, Ronnie Fueglister, Jose Montealegre, Godelieve Mosquito, Matt McKenzie, Hendrike Nagel, Max Negrelli, Tamar Shanudeli, Louisa Schmitt, Matt Welch, Max Wolf)

TURN – Fonds für künst­le­ri­sche Ko­ope­ra­tio­nen zwi­schen Deutsch­land und afri­ka­ni­schen Län­dern

Mit dem Fonds TURN möchte die Kulturstiftung des Bundes möglichst viele unterschiedliche Institutionen in Deutschland anregen, sich mit dem künstlerischen Schaffen und den kulturellen Debatten in afrikanischen Ländern zu beschäftigen.

  • Termine

    01.12.2018 –
    27.01.2019

    Leo Asemota & Nástio Mosquito: #215

    Ausstellung

    Portikus | Alte Brücke 2 / Maininsel | Frankfurt am Main

Kon­takt

PORTIKUS

Alte Brücke 2
60594 Frankfurt/Main
www.portikus.de