Entlang der historischen Wegeverbindung zwischen Jerusalem, Bethlehem und Ramallah, der sog. "Road No.1", entstanden Arbeiten von israelischen, palästinensischen und deutschen Künstlern zum komplexen Zusammenhang von physischen und mentalen Grenzräumen. Eine Ausstellung in Leipzig dokumentierte diese künstlerischen Interventionen im Grenzalltag vor Ort.

Das Projekt begann mit einer internationalen Konferenz im März 2006 am Qalandiya Checkpoint zwischen Jerusalem und Ramallah. Im Anschluss ermöglichten individuelle Forschungsaufenthalte den teilnehmenden Künstler/innen die Recherche von Untersuchungstaktiken und -strategien, um die Physiognomie spezifischer Räume vor Ort zu analysieren, in Alltagssituationen gezielt zu intervenieren und die räumlichen und sozialen Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konfliktes offenzulegen.

Das Projekt lud Künstler/innen und Künstlergruppen, Architekten, Forscher und Produzenten ein, die Komplexität der mentalen und physischen Grenzen und kulturellen Territorien zu untersuchen, die den Lebensalltag in der Krisenregion prägen und die besonderen Möglichkeitsräume von Kunst als Katalysator für soziale und politische Veränderungsprozesse auszuloten. Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Frontstadt Jerusalem - ein Laboratorium für einen Konflikturbanismus basierend auf dem Prinzip radikaler ethnischer Segregation. Dabei entstand ein Bild ambivalenter Grenz-Räume: als Kristallisationspunkte der Tragik des Konfliktes, die zugleich Begegnungs- und Kommunikationszonen sind. Viele Künstler/innen setzten dabei gezielt zeitgenössische Untersuchungsmedien ein und unterstreichen damit die zentrale Rolle, die Technologie und mediale Kommunikation in dem Nahostkonflikt einnimmt.

Kuratoren: Galit Eilat (IL), Reem Fadda (PAL), Philipp Misselwitz
Kuratorischer Beirat: Eyal Danon (IL), Khalid Horani (PAL), Andreja Hribernik (SLO), Jack Persekian (PAL), Barbara Steiner (D) in Kooperation mit dem Interdisziplinären Projekt-Forum der Universität der Künste Berlin (Wolfgang Knapp)

Beteiligte/Künstler: Jumana Abboud (PAL), Sameh Abboushi (PAL), Azra Aksamija (BO/US), Ayreen Anastas und Rene Gabri (PAL/US), Yochai Avrahami (IL), Yael Bartana (IL), Peter Friedl (AU/D), Hagar Goren (IL), Inass Hamad (PAL), Sandi Hilal und Alessandro Petti (PAL/I), Khalid Horani (PAL), Sabine Horlitz und Oliver Clemens (D), Ligna (D), Suleiman Mansour (PAL), Oren Sagiv (IL), Sala-Manca Group (IL), Miri Segal (IL), Sean Snyder (D), Superflex (DK), Simon Wachsmuth (D/ AU)

Kon­takt

Universität der Künste Berlin
Lehrstuhl Peter Bayerer
Philipp Misselwitz

Hardenbergstraße 33

10623 Berlin