‚Tapa‘ ist der polynesische Begriff für Stoffe, die aus der Rinde bestimmter Baumarten hergestellt, bemalt und für verschiedene Zwecke verwandt werden können. Insbesondere in Ozeanien hat sich eine vielfältige und reichhaltige Kultur von Tapa entwickelt, die das Rautenstrauch-Joest-Museum in einer ersten großangelegten Sonderausstellung in Deutschland präsentierte.
Die Schau stellte internationalen Leihgaben, u.a. aus Neuseeland und Australien sowie Exponaten aus der eigenen Sammlung zeitgenössische Arbeiten aus Tapa gegenüber. Zentrale Themen der Ausstellung waren Gabentausch, Ausdrucksformen von Religion, Auswirkungen des Tourismus auf die Stellung von Mann und Frau oder auch Wandel und Kontinuität der Objekte unter dem Einfluss von Mission und Kolonialisierung und heute im Rahmen der Globalisierung.
Die Ausstellung spannte einen Bogen von den Entdeckungsreisen des 18. Jahrhunderts bis zur zeitgenössischen Kunst und stellte so die einzigartige Bedeutung von Tapa für Ozeanien heraus. Unterschiedliche Medien wie Film- und Hörstationen machten die Menschen und die Geschichten hinter den rund 250 Objekten erlebbar. So ließen sich Verknüpfungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Alltag und Kunst und von Insel zu Insel entdecken. Die Schau wollte die Debatte um Präsentation und Repräsentation außereuropäischer Objekte anregen und Fragen nach deren europäischer Aneignung erörtern.
Ein vielfältiges Rahmenprogramm mit Künstlergesprächen und Workshops, Performances, Fachvorträgen, Filmen, Kuratorenführungen und Programmen für Schulklassen ergänzte die Schau. Hinzu kamen eine Begleitpublikation mit aktuellen einschlägigen Forschungsbeiträgen und ein Gestaltungswettbewerb für Kölner Mode- und Produktdesignstudenten.

Künstlerische Leitung: Oliver Lueb, Peter Mesenhöller
Kuratorischer Beirat: Nicholas Thomas (GB), Sean Mallon (NZ)
Künstler/innen: Andreas Gursky, John Pule (NZ/NU), Shigeyuki Kihara (JP/WS/NZ), Michel Tuffery (WS/NZ), Fatu Akelei Feu'u (WS/NZ),  Dagmar Dyck (TO/NZ), Angela Tiatia (Samoa/NZ), Nelson Salesi (FJ), Robin White (NZ), Rosanna Raymond (Samoa/NZ), Filani Macassey (FJ/NZ), Timothy Akis (PG), Mathias Kauage (PG), Cecil King Wungi (PG), David Lasisi (PG), Kivu (PG), John Mann (PG), Brenda Kesi (PG), Dapeni Jonevari (PG), Fate Savari (PG), Ivy-Rose Sirimi (PG), Linda-Grace Savari (PG), Sarah Ugibari (PG).

Pu­bli­ka­ti­on zur Aus­stel­lung

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher, zweisprachiger Begleitband im Mainzer Nünnerich-Asmus Verlag mit Beiträgen international renommierter Fachwissenschaftler aus den USA, Australien, Neuseeland und Europa zu den sozialen und kulturellen Bedeutungen von Rindenbaststoffen in Ozeanien. Ein Ausstellungsverzeichnis mit Objektfotos liegt in digitaler Form bei. Der Katalog ist in gebundener Form im Buchhandel sowie in der Reihe Ethnologica als Softcover im Museumsshop erhältlich.

Kon­takt

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt

Leonhard-Tietz-Straße 10

50676 Köln

www.museenkoeln.de/rautenstrauch-joest-museum