Womöglich sind Künstler in unserer Gesellschaft nach den Kriminellen diejenigen, die am weitesten gehen, wenn es um die Grenzen des Erlaubten und Anständigen geht. Lassen sich vielleicht sogar Parallelen zwischen Künstlern und Verbrechern ziehen – wie es die Surrealisten propagierten –, insofern beide über eine verrückte Kreativität verfügen und mit krimineller Energie Normen und Tabus verletzen?
Im Mittelpunkt der Ausstellung, die nach möglichen Wechselwirkungen und Abgrenzungen im Verhältnis zwischen Kunst und Verbrechen suchte, stand das Thema Gewalt in der Kunst. 19 internationale Künstler zeigten Installationen und Objekte, Performances und Videos, Fotografien und Dokumente. Mit ihren Interventionen und sozialen Provokationen arbeiteten sie am Rande der Legalität: Die Künstler inszenierten physische Verletzungen und Anstiftungen zu Untaten, simulierten illegalen Handel, betrieben Ikonenschändung in künstlerischer Absicht usw.
Die zentrale Frage der Schau lautete: Was bewirken Künstler, wenn sie Tabus brechen, wenn sie repressive Gewalt in reale Aggression verwandeln oder verrückt spielen? Ein umfangreiches Begleitprogramm sowie eine mehrteilige Veranstaltungsreihe ergänzten das Projekt. 

Künstlerische Leitung: Frank Motz, Künstler/innen: Tania Bruguera (CU), Lourival Cuquinha (BR), Brock Enright (US), Florian Göttke, Ulla Karttunen (FI), Ivan Moudov (BG), Dorota Nieznalska (PL), Magda Sayed (US), Adam Tellmeister (CH) u.a.

Kon­takt

Halle 14 e.V.

Spinnereistraße 7

04179 Leipzig

www.halle14.org