Wenn der nackte Körper zum Mittel der Werbung, das Sterben zum Medienereignis, der Leichnam zum Ausstellungsobjekt werden – was verrät das über unsere Körperbilder und unsere leiblichen Erfahrungen, über unser Verhältnis zu Eros und Tod? Die Ausstellung in der Hallenser Moritzburg zeigte zum ersten Mal in größerem Umfang Arbeiten der flämischen Bildhauerin Berlinde de Bruyckere, die sich vorwiegend mit Formen von körperlicher und psychischer Gewalt, mit sozialer und sexueller Erniedrigung und dem Voyeurismus der Medien auseinandersetzen. De Bruyckere stellte ihre figürlichen Körperabformungen in einen thematischen Kontext zu Darstellungen des sinnlichen und des geschundenen Leibes in Gemälden von Lucas Cranach d.Ä. und in Filmen von Pier Paolo Pasolini. Das Mysterium des Leibes, die Liebe im leidenden Schmerzensmann und die Nähe von Eros und Tod waren verbindende Leitmotive der Ausstellung. Die Werkauswahl erfolgte in Zusammenarbeit der Künstlerin mit Experten der Cranach- und der Pasolini-Forschung und berücksichtigte Exponate sowohl aus öffentlichen wie auch privaten Sammlungen. Das Kolloquium Zwischen Cyborg und Schmerzensmann widmete sich ethischen Fragestellungen nach dem Selbstverständnis des Menschen und seinem Bild in der Kunst, ein Workshop mit Jugendlichen thematisierte deren eigene Körper-Erfahrungen im Vergleich zu medial vermittelten Entwürfen. 

Kuratorin: Cornelia Wieg
Künstler: Berlinde de Bruyckere (B), Pier Paolo Pasolini (IT), Lucas Cranach

Kon­takt

Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt

Friedemann-Bach-Platz 5

06108 Halle an der Saale

www.stiftung-moritzburg.de