Zu Lebzeiten sind Künstler Autoren ihres Werks und steuern häufig selbst dessen Rezeption. Aber was passiert, wenn Künstlerinnen und Künstler in jungen Jahren sterben? Häufig bilden sich um sie und ihr vermeintlich unvollendetes Werk Mythen, die die Rezeption, die Vermarktung und das Nachleben des Künstlers in der medialen Öffentlichkeit beeinflussen. So sind Künstler wie Christoph Schlingensief oder Dash Snow zu polarisierenden und schillernden öffentlichen Personen geworden. Die internationale Künstlerauswahl der Ausstellung – von van Gogh bis Schlingensief − gab einen Überblick über unterschiedliche Strategien zur Stilisierung von früh verstorbenen Künstlerinnen und Künstlern. Knapp vierzig Künstler waren in der Ausstellung mit emblematischen Werken vertreten. Darunter beispielsweise Eva Hesses Studioworks aus den 1960er Jahren, wegweisende Bilder Blinky Palermos und eine Lichtinstallation von Felix Gonzales-Torres. Die Schau zeigte die unterschiedlichsten Strategien zur Legendenbildung um das unvollendete Werk und dessen posthume Stilisierung auf: vom Geniekult bis zum Marktphänomen. Anders als im Museum wurden die Besucher in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden dazu angehalten, jenseits des ästhetischen Genusses der Bildbetrachtung über Umstände und Auswirkungen eines frühen Todes nachzudenken und die Rezeptionsgeschichte mitzureflektieren. Dazu trug auch ein umfangreiches Vermittlungsprogramm bei.

Künstlerische Leitung: Hendrik Bündge, Johan Holten (DK)
Künstler/innen: Absalon, Bas Jan Ader (NL), Jean-Michel Basquiat (US), Öyvind Fahlström (SE), Felix Gonzales-Torres, Eva Hesse (US), Michel Majerus (LU), Piero Manzoni (IT), Ana Mendieta (US), Hélio Oiticica (BR), Blinky Palermo, Francesca Woodman (US), Vincent van Gogh, August Macke, Christoph Schlingensief, Dash Snow u.a.

Kon­takt

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden

Lichtentaler Allee 8 a

76530 Baden-Baden

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