In Zeiten der „Post-Privacy“, da private Ereignisse in sozialen Netzwerken, Talkshows oder Chatrooms öffentlich inszeniert werden, verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit und sie geraten damit in ein symptomatisches Spannungsfeld.
Galt das Private einst als kostbares, zerbrechliches Gut und als Garant für einen abgeschirmten Lebensbereich im Kreis von Familie und engen Freunden, hat es heute viel von seiner ursprünglichen Intimität eingebüßt: Während Fotografie und Film überhaupt erst moderne Formen von Selbstenthüllung, Exhibitionismus und Voyeurismus ermöglichten, beschleunigen heute neue Medien den Strukturwandel in Richtung einer Enthüllungskultur.
Mit ihrer Ausstellung fragte die Schirn Kunsthalle nach einem neuen Konzept von Privatheit. Sie versammelte dazu internationale Positionen zeitgenössischer Kunst, die Vertrautes und Intimes ins Bild setzen, häusliche Szenen und persönliche Geheimnisse in ihren Arbeiten spiegeln. Jenseits bloß ästhetisch-formaler Aspekte sollte die Schau als Bestandsaufnahme über den engeren Kunstkontext hinausweisen und sich dem Phänomen des Privaten zwischen Konstruktion und Authentizität annähern.

Künstlerische Leitung: Dr. Martina Weinhart
Künstler/innen: Ai Weiwei (CN), Merry Alpern (US), Michel Auder (F), Richard Billingham (GB), Mike Bouchet (US), Stan Brakhage (US), Tracey Emin (GB), Hans-Peter Feldmann, Leo Gabin (BE), Nan Goldin (US), Christian Jankowski, Leigh Ledare (US), Edgar, Leciejewski, Christian Marclay (US), Marilyn Minter (US), Marc Marrisroe (US), Laurel Nakadate (US), Peter Piller, Dash Snow (US), Fiona Tan (RI), Mark Wallinger (GB), Andy Warhol (US), Michael Wolf, Kohei Yoshiyuki (J), Akram Zaatari (LB)

Kon­takt

Schirn Kunsthalle Frankfurt

Römerberg 6

60311 Frankfurt am Main

www.schirn.de