Für die argentinische Szene der Gegenwart ist die Kunst der 1960er und 1970er Jahre ein wichtiger Bezugspunkt. In jener Zeit, die von der internationalen 68er-Bewegung geprägt war und vor allem von den massiven Repressionen durch die Militärdiktatur, entwickelte sich die argentinische Kunst zu einem wichtigen Medium der Gesellschaftskritik und der politischen Stellungnahme.
Die Ausstellung in Leverkusen zeigte herausragende künstlerische Positionen aus Argentinien von den späten 1960er Jahren bis heute und verfolgte die Entwicklung gesellschaftspolitisch engagierter Arbeiten. Damit sollte zum einen die Diskussion über das politische und gesellschaftskritische Potenzial künstlerischer Produktion fortgeführt und aktualisiert werden. Zum anderen lassen sich von heute aus Parallelen zwischen europäischen Entwicklungen und denen auf dem lateinamerikanischen Kontinent deutlicher erkennen. Die Kunst der 1960er und 1970er Jahre spielt in beiden Weltgegenden eine immer größere Rolle für die Positionsbestimmung des gegenwärtigen Kunstschaffens. Zweihundert Jahre nach der argentinischen Unabhängigkeitserklärung lenkte die Schau, begleitet von einer umfassenden Publikation, den Blick der Europäer auf historische Parallelen zum künstlerischen Schaffen in einem Land, das zeitweilig aus ihrem Blickfeld zu geraten drohte.

Künstlerische Leitung: Heike van den Valentyn, Projektkoordination: Cristina Sommer (AR)
Künstler/innen: Oscar Bony, Nicola Costantino, León Ferrari, Gabriela Golder, Norberto Gómez, Victor Grippo, Alberto Heredia, Guillermo Kuitca, Jorge Macchi, Fabián Marcaccio, Charly Nijensohn, Cristina Piffer, Juan Carlos Romero, Graciela Sacco u.a. (alle AR)

Kon­takt

Dr. Stefanie Kreuzer
Museum Morsbroich

Gustav-Heinemann-Straße 80

51377 Leverkusen

www.museum-morsbroich.de