In einer großen partizipativen Sonderausstellung beschäftigt sich das Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln mit dem antikolonialen Widerstand. Die Schau setzt sich mit unterschiedlichen Konzepten, Praxen und Geschichten des Widerstands gegen den Kolonialismus und mit seinen aktuellen Kontinuitäten auseinander.

Autonome Räume

Im Rahmen des Projekts wurden Kuratorinnen, Künstler und Aktivistinnen aus der lokalen und internationalen Community eingeladen, vier autonome Räume zu gestalten. Die nigerianische Künstlerin Peju Layiwola thematisiert die Restitutionsdebatten rund um die Kulturgüter aus dem Königreich Benin (Nigeria) und die namibischen Aktivistinnen Esther Utjiua Muinjangue und Ida Hoffmann den Genozid an den Herero und Nama in Namibia. Die ungarische Kuratorin für zeitgenössische Kunst und Leiterin von ERIAC (European Roma Institute for Arts and Culture/Berlin) Tímea Junghaus macht die lange Widerstandsgeschichte der Sinti und Roma in der zeitgenössischen Kunst in Europa sichtbar und die Aktivistinnen Elizaveta Khan und Mona Leitmeier des InHaus Köln e.V. sprechen über Solidarität und zivilen Ungehorsam.

Geschichten und Formen des Widerstands

Ergänzt werden die kollaborativ kuratierten Räume durch Objekte aus der ethnografischen Sammlung des RJM, durch historische Dokumente, persönliche Zeugnisse und Werke zeitgenössischer Kunst. Neben bekannten Gesichtern und Momenten des Widerstands, rücken auch unbekanntere Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart in den Vordergrund. In fünf Kapiteln werden verschiedene Aspekte des Themas in den Blick genommen: Dazu gehört Widerstand, der sich in Form von gewaltsamen Rebellionen, Kriegen, Protesten und politischem und künstlerischem Aktivismus manifestiert; Widerstand durch geheime Praktiken und verschlüsselte Botschaften oder Widerstand durch Traumaarbeit, Carework und aktive Solidarität. Der Epilog fragt danach, wie sich Widerstand in Resilienz verwandeln kann.

Die Ausstellung ist experimentell und partizipativ angelegt und entwickelt sich während ihrer Laufzeit in Werkstätten im Ausstellungsraum zusammen mit Künstlern, Schulklassen, Studierenden und Initiativen weiter. Um sich zu versammeln und gemeinsam in Aktion zu treten, wird es innerhalb der Ausstellung besondere Bereiche geben, in denen ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops, Performances, Filmvorführungen und Diskussionen stattfindet.

Künstlerische Gesamtleitung: Nanette Snoep
Kuratorinnen autonome Räume „It’s Yours!“: Peju Layiwola, Esther Utjiua Muinjangue & Ida Hoffmann, Tímea Junghaus, Elizaveta Khan & Mona Leitmeier

Kuratorin Sound: Rokia Bamba
Kuratorinnen Urban Dance: Bahar Gökten, Daniela Rodriguez Romero

Künstlerinnen: Patricia Kaersenhout, Grada Kilomba, Laboratoire Agit’Art, Kara Walker, Omar Victor Diop, Kader Attia, Luiza Prado de O. Martins, Mohammed Laouli, Ayrson Heráclito, Nura Qureshi, Lawrence Paul Yuxweluptun, Keviselie/Hans Ragnar Mathisen, Peter Magubane, Wantok Music Society, The Singh Twins, Huỳnh Văn Thuận, Juan Manuel Sandoval, Diego Sandoval Ávila, Belkis Ayón, indieguerillas, LaPiztola, Gaëtan Noussouglo, Kiri Dalena, Tania Willard, Edward Venero, Dhuwarrwarr Marika, Medu Art Ensemble, Tshibumba Kanda Matulu, Mamadou Sall, Robert Gabris, Emília Rigová, Selma Selman, Małgorzata Mirga-Tas, Alfred Ullrich.

Fotocredits: Omar Victor Diop, Jean-Baptiste Belley, 2014, Series Diaspora, Pigment inkjet printing on Harman By Hahnemuhle paper © Omar Victor Diop, Courtesy Galerie MAGNIN-A, Paris.

  • Termine

    27.11.2020 –
    02.05.2021

    ERÖFFNUNG VERSCHOBEN: Ausstellung

    Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt | Köln

Kon­takt

Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt

Cäcilienstraße 29-33
50667 Köln

www.museenkoeln.de