Die Ausstellung im Fridericianum in Kassel sollte einen fundierten und umfassenden Einblick in das Werk des japanischen Künstlers Tetsumi Kudo bieten. Mit der Retrospektive knüpfte das Fridericianum an seine vorangegangenen Ausstellungen wie „Inhuman“ an und führte die Diskussion über die Neuformierung des Menschen in Zeiten technologischen Wandels thematisch fort.
Kudo sprach sich mit seinen Werken für eine „neue Ökologie“ aus, deren Ausgangspunkt der Atombombenabwurf über Hiroshima war. In seinen Arbeiten werden Natur, Kultur und Technologie auf eine Weise miteinander kurzgeschlossen, dass die Trennungslinie zwischen diesen drei Sphären beständig hinterfragt wird. Das Menschliche ist in Kudos Werk verschaltet, verdrahtet, eingepfercht oder zerstückelt. In seinen Maschinengärten, Brutkästen, Käfigen und Treibhäusern – die allesamt einem unheimlichen Science-Fiction-Kosmos entlehnt scheinen – setzen Schadstoffe, Umweltgifte und nukleare Katastrophe nicht nur zerstörerische, sondern auch schöpferische Prozesse in Gang. Biologische Prozesse, organische Körperlichkeit und technoide Apparaturen sind stets eng miteinander verschränkt. Für die Kritik am westlichen eurozentrischen Humanismusbegriff ist sein Werk daher eine wichtige Referenz.
Ein sich angesichts technologischer Entwicklungen veränderndes Menschenbild und sich wandelnde Konzepte von Körperlichkeit standen im Fokus des Vermittlungskonzeptes. Das Verhältnis von Natur, Humanität und Technologie wurde in Diskussionen mit Wissenschaftler/innen und Künstler/innen sowie in langfristigen Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen thematisiert.

Künstlerische Leitung: Susanne Pfeffer
Künstler: Tetsumi Kudo (JP)

Kon­takt

Fridericianum

Friedrichsplatz 18

34117 Kassel

www.fridericianum.org