Das Zweite Vatikanische Konzil (1962 bis 1965) ist ein bis heute wirksames, richtungsweisendes Ereignis in der Geschichte der Katholischen Kirche im 20. Jahrhundert. Es verfolgte das Ziel der grundlegenden Reform des kirchlichen Lebens, verbunden mit der Neubestimmung des Verhältnisses der Katholischen Kirche zu anderen christlichen und nicht-christlichen Religionen sowie der Öffnung zur modernen Gesellschaft. Das von der Deutschen Bischofskonferenz bundesweit gestaltete Gedenkjahr griff das geistige Erbe des Konzils in zeitgemäßer Weise auf: Jeder und jede Einzelne sollte – vor allem auch anhand künstlerisch motivierter Auseinandersetzungen mit den Themen Freude und Hoffnung, Trauer und Angst – zur Übernahme von Verantwortung inmitten der Gesellschaft motiviert werden.

Neben einer Vielzahl auf die Breitenkultur ausgerichteter, auch partizipativer Veranstaltungen in zehn Regionen Deutschlands wurde das K21der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen im Herbst 2015 zum Präsentationsort eines singulären internationalen Ausstellungsprojekts. Die Schau versammelte Werke von nahezu 40 international renommierten Künstlerinnen und Künstlern (u.a. Francis Bacon, Berlinde de Bruyckere, Bill Viola, Hermann Nitsch, Robert Rauschenberg, Ad Reinhardt und James Turrell), die sich in spezifischer Art und Weise mit christlichen Motiven, Themen oder Fragestellungen auseinandersetzen. Der Schwerpunkt der Ausstellung lag auf der Kunst der letzten 25 Jahre und umfasst neben Malerei, Zeichnungen und Collagen auch Holzschnitte, Skulpturen und Objekte, Performance, Video- und Filmarbeiten sowie komplexe Raum-, Licht- und Soundinstallationen. Ein gutes Drittel der ausgewählten Kunstwerke stand jedoch exemplarisch für die Zeit zwischen 1950 und 1980. Diese Arbeiten dienten vielfach nicht nur als wichtige Referenzpunkte für die zeitgenössische Kunst. Anhand von ihnen konnte beispielhaft die christliche Bildtradition bzw. die bisweilen subtile Durchdringung des christlichen Zeichen- und Symbolsystems rückwirkend nachgezeichnet und innerhalb eines kollektiven Bildgedächtnisses kunsthistorisch verortet werden.

 

Ziel der Schau war es, die christliche Ikonografie als Bestandteil des kollektiven Bild- und Textgedächtnisses der Bildenden Kunst aus den vergangenen 60 Jahren vorzustellen und in ihrer Vielfalt erfahrbar zu machen. Ein gesondertes Vermittlungsprogramm sowie eine internationale Konferenz, die die gesellschaftliche Relevanz christlicher Symbolsysteme in der Gegenwartskultur in den Blick nahm, ergänzten das Ausstellungsprojekt.

Künstlerische Leitung: Isabelle Malz
Künstler/innen: Georges Adéagbo, Eija-Liisa Ahtila, Francis Alÿs, Francis Bacon, Michaël Borremans, Pavel Büchler, Andrea Büttner, Flávio de Carvalho, Paul Chan, Berlinde De Bruyckere, Tacita Dean, Andrew Esiebo, Harun Farocki, Katharina Fritsch, Douglas Gordon, Gary Hill, Emma Kay, Hubert Kiecol, Katarzyna Kozyra, Little Warsaw, Thomas Locher, Kris Martin, Aernout Mik, Boris Mikhailov, Santu Mofokeng, Hermann Nitsch, Robert Rauschenberg, Ad Reinhardt, Rosemberg Sandoval, James Turrell, Bill Viola, Paloma Varga Weisz, Danh Võ und Aby Warburg

„Ihr aber glau­be­t“

Unter diesem Motto veranstaltete die Kulturstiftung des Bundes im Juni 2015 eine internationale Konferenz über Religion und Wachstums-denken. Der interdisziplinäre und interkonfessionelle Austausch, der in Köln stattfand, hat einen regen Dialog über die Fach- und Glaubensgrenzen hinweg angestoßen.

„Re­li­gi­on“

lautet der Titel des Magazins #24 der Kulturstiftung des Bundes. Es widmet sich dem Thema im Zusammenhang der von ihr geförderten Projekte sowie mit Beiträgen u.a. von Marcia Pally und Tim Parks.

Zum Magazin # 24

Kon­takt

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40217 Düsseldorf

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