TO BE SEEN

Queer Lives 1900–1950

Die Vollversion des dekorativen Hintergrundbildes dieses Elements anzeigen.

Projektbeschreibung

Die Sichtbarkeit queerer Personen ist zentraler Teil gegenwärtiger Debatten rund um Identität und Diversität, doch gleichzeitig hat sie eine historische Perspektive: Bereits während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebten Menschen, deren geschlechtliche Identität und/oder sexuelle Orientierung nicht der vermeintlichen heterosexuellen Norm entsprach, in Deutschland ein tragisches Wechselspiel von Widerstand, Blüte, Unterdrückung und Vergessen. Mit der Ausstellung „TO BE SEEN“ begibt sich das NS-Dokumentationszentrum München auf die Suche nach dieser wenig bekannten Historie und erforscht sie im Austausch von Wissenschaft, Kunst und Aktivismus. Die Vielfalt queerer Identitäten und ihre Teilhabe an gesellschaftlichen Entwicklungen soll so für ein breites Publikum sichtbar gemacht werden.

In Kooperation mit Historikerinnen und Künstlern eröffnet „TO BE SEEN“ einen Dialog zwischen Geschichte und zeitgenössischer Kunst, auch in Form einer Intervention in der Dauerausstellung und im Außenbereich. Internationale künstlerische Positionen ergänzen die Archivmaterialien des NS-Dokumentationszentrums um neue Perspektiven: So beziehen sich Collagen der US-amerikanischen Künstlerin Zackary Drucker auf das Leben ihrer jüdischen, cross-dressenden Großmutter, welche bereits Thema der von ihr produzierten Serie „Transparent“ war. Der ungarische Lyriker Zoltán Lesi und der brasilianische Künstler Ricardo Portilho greifen das Thema Intersexualität im Sport in den 1930ern auf, während sich die Wiener Künstlerin Lena Rosa Händle mit den versteckten Codes lesbischer Subkultur im Nationalsozialismus befasst.

Die Ausstellung wird umrahmt von einem breit gefächerten Begleit- und Vermittlungsprogramm zu Themen wie lokaler Stadtgeschichte, Intersektionalität, Drag sowie queerer Identität in Literatur und Film.


Künstlerische Leitung: Karolina Kühn
Künstlerinnen: Katharina Aigner, Maximiliane Baumgartner, Cassils, Zackary Drucker, Philipp Gufler, Lena Rosa Händle, Zoltán Lesi, Henrik Olesen, Karol Radziszewski, Wu Tsang u. a.

Termine

  • 24. März, 2022 bis 9. Oktober, 2022: Ausstellung und Programm

    NS-Dokumentationszentrum, München

Kontakt

NS-Dokumentationszentrum
München

Max-Mannheimer-Platz 1
80333 München
www.ns-dokuzentrum-muenchen.de (externer Link, öffnet neues Fenster)