In Dessau erlebte das Bauhaus seine Blütezeit: Hier baute sich die Schule ein Haus, hier gelang der Brückenschlag zur Industrie, hier wurden experimentelle Wohn-und Gesellschaftsbauten errichtet. Die Dessauer Hochschule für Gestaltung arbeitete an einer „industriellen Kultur des praktischen Lebens“ (Ernst Kallaí) und trug dazu bei, dass Bauhaus-Gegenstände – seien es Schrifttypen, Möbel und Lampen, Textilien, Tapeten oder Architekturen – heute selbstverständliche Bestandteile unserer Lebensweise sind. Wie kaum ein anderes kulturelles Ereignis sind Gestaltungsideen des Bauhauses im Alltag des 21. Jahrhundert angekommen. Sie sind so vertraut, dass die historischen Umstände, die Krisen und Zwänge, unter denen die epochemachende Schule um ihre Existenz rang, fast in Vergessenheit gerieten.

Anhand originaler Möbel, Gebrauchsgegenstände und Fotografien, Entwurfszeichnungen und Werken der Bildenden Kunst erzählt die Ausstellung „Versuchsstätte Bauhaus" vom Alltag des Lernens sowie der Lehre zwischen freiem Entwurf und industriellem Prototyp, künstlerischem Experiment und wirtschaftlichem Druck, von der Gemeinschaft und Meisterschaft an der Hochschule für Gestaltung in Dessau. In thematischen Kapiteln zeigt sie, dass das Lehren, Gestalten und Bauen am Bauhaus im Dienste von Veränderung, Verbesserung und Gestaltung der Gesellschaft stand.

Die Schau basiert auf der umfangreichen Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau, die seit 1976 kontinuierlich aufgebaut wird. Drei wechselnde Zwischenspiele erweitern die Sammlungspräsentation und halten die Ausstellung in Bewegung.

Kon­takt

Stiftung Bauhaus Dessau

Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau
www.bauhaus-dessau.de