Um 1700 schuf August Hermann Francke im preußischen Halle an der Saale ein Reformwerk, das in seiner Wirkung und internationalen Wahrnehmung einmalig war. Franckes fortschrittliche Ideen in den Bereichen Bildung und Sozialfürsorge wurden bis nach Russland, Skandinavien und Indien transportiert und manifestierten sich in der Gründung der Franckeschen Stiftungen mit Schulstadt und Waisenhaus in Halle. Was können wir aus den Überzeugungen und Visionen Franckes heute ableiten? Die Kuratoren und Leiter der Ausstellung stellten diese Frage Künstlern und Geisteswissenschaftlern aus Europa, Russland und Südamerika. Die Künstler und Wissenschaftler Sergej Bratkow, Fernando Bryce, Via Lewandowsky, Marc Bijl und Esther Ernst wurden nach Halle eingeladen, um vor Ort ihre Präsentationen zu entwickeln. Ausgehend von Franckes Ideen loteten sie die Begriffe Gewissheit und Vision und deren Bedeutung für unsere Gegenwart aus.
In Kooperation mit dem mdr und der Mitteldeutschen Zeitung führten die Kuratoren außerdem Gespräche mit Philosophen (Peter Sloterdijk, Richard David Precht), Kunsttheoretikern (Peter Weibl, Bazon Brock) Sozialpsychologen (Harald Welzer), Medienwissenschaftlern und Journalisten. Neben der Veröffentlichung in den Medien wurden die Interviews auf Schallplatten gespeichert, welche die Besucher in der Ausstellung abspielen konnten. Vielfältige Vermittlungsangebote, die vor allem ein junges Publikum ansprechen sollten, und Aktionen in der Stadt Halle rundeten das Projekt ab.

Künstlerische Leitung: Peter Lang, Moritz Götze
Künstler/innen: Sergej Bratkow (RUS), Marc Bijl (NL), Christian Jankowski, Via Lewandowsky, Gabriel Machemer, Christian Niccoli (IT), Serkan Özkaya (TR), Esther Ernst (CH), Antoine Prum (Luxemburg), el Seed (Frankreich, Kannada)

Kon­takt

Franckesche Stiftungen

Franckeplatz 1, Haus 37

06110 Halle / Saale

www.francke-halle.de