Der ägyptische Künstler Wael Shawky schildert in seinem dreiteiligen Videoprojekt „Cabaret Crusades”, welche Spuren die mittelalterlichen Kreuzzüge des christlichen Abendlandes in der arabischen Welt hinterlassen haben. Handgefertigte Puppen spielen darin die Ereignisse des 11. und 12. Jahrhunderts nach – ein hochbrisantes Thema angesichts andauernder Konflikte im Nahen Osten. Shawky betrachtet aus arabischer Sicht die Kulturgeschichte einer Region, deren Zukunft aktuell neu verhandelt wird. Jenseits ideologischer Einengung zielt er auf den Dialog zwischen Europa und Nahem Osten. Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen präsentierte erstmals in Europa die komplette „Cabaret Crusades“-Trilogie. Gerahmt von einem breit gefächerten Begleitprogramm zur aktuellen Situation Ägyptens zeigte die Schau eine Auswahl der in den Filmen eingesetzten Marionetten und Requisiten. Mit ihrem Projekt unternahm Marion Ackermann den Versuch, den westlichen Blick auf Ägypten aus seiner eurozentristischen Perspektive zu lösen und nach neuen Formen musealer Praxis suchen, wie man angemessen auf Globalisierung und Internationalisierung reagieren kann. 

Künstlerische Leitung: Marion Ackermann
Kuratorin: Doris Krystof
Künstler: Wael Shawky (EG)

Kon­takt

Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen
K20 Grabbeplatz

Grabbeplatz 5

40213 Düsseldorf

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