Der afro-amerikanische Komponist, Musiker und Performer Julius Eastman (1940–1990) war ein Protagonist der amerikanischen Minimal Music der 1970er und 80er Jahre. Nach seinem frühen Tod geriet er in Vergessenheit, in den letzten Jahren wird sein Werk jedoch langsam wiederentdeckt. Das kollaborative Projekt „We Have Delivered Ourselves from the Tonal“ gedachte in verschiedenen Formaten Eastmans musikalischer Genialität und Persönlichkeit. Es untersuchte das visionäre musikalische Konzept des Minimalisten, das Repetition und Improvisation vereint, und betrachtete den gesellschaftlichen Kontext, in dem der Künstler agierte: Eastman verstand sein Werk immer auch als Medium der Auseinandersetzung mit soziopolitischen, ökonomischen und religiösen Themen, mit Geschlecht, Sexualität und Rassismus.
Musiker, bildende Künstler, Performer und Wissenschaftler haben sich gemeinsam mit Eastmans Erbe auseinandergesetzt und dessen Bedeutung für die Entwicklung der zeitgenössischen Musik neu erschlossen. In Auftragsarbeiten entwickelten sie eigene künstlerische und theoretische Perspektiven auf Werke wie „Gay Guerrilla“, „Our Father“ oder „The Holy Presence of Joan d'Arc“. Die Ausstellung des SAVVY Contemporary präsentierte die Arbeitsergebnisse und ermöglichte über handschriftliche Partituren, Konzertaufnahmen, Hörstationen und private Fotografien einen sehr persönlichen Zugang zu Leben und Schaffen von Julius Eastman. Das MaerzMusik Festival 2018 hat mit einem Stück des Komponisten für vier Klaviere eröffnet.

Ein Projekt des SAVVY Contemporary in Kooperation mit dem MaerzMusik Festival Berlin.

Künstler/innen: Hassan Khan (EG), Annika Kahrs, Barthélémy Toguo (CM/FR), The Otolith Group (UK/DE), Okwui Okpokwasili (NG, US)

  • Termine

    01.03. –
    31.10.2018

    Ausstellung

    Savvy Contemporary | Berlin

Kon­takt

SAVVY Contemporary e. V.

Gerichtstraße 35
13347 Berlin-Wedding

www.savvy-contemporary.com