In jeder größeren Stadt gibt es Telefonläden, in denen man für wenig Geld telefonieren kann. Die Lautstärke der Gespräche und die aufgeregte Gestik vieler Kunden zeugen von den dramatischen Ereignissen, über die in den Kabinen über Kontinente hinweg berichtet und diskutiert wird, während der Einheitenzähler tickt. Für das Projekt Who's on the line? Call for free! wählte der Künstler Josep-Maria Martín in mehreren deutschen Städten Wohngegenden aus, in denen besonders viele Migranten leben. In diesen Vierteln stellte er einen Wohnwagen auf, in dem alle Passanten irgendjemanden irgendwo auf der Welt zehn Minuten lang kostenlos anrufen durften. Die Anrufer erklärten sich im Gegenzug bereit, nach dem Telefonat einem Schriftsteller für Fragen und ein kurzes Gespräch zur Verfügung zu stehen. Einige der teilnehmenden Schriftsteller besitzen selbst Migrationserfahrungen. Der Wohnwagen bot ihnen Raum und Anlass für einen Dialog mit den Bewohnern, in dem es sowohl um persönliche Erfahrungen wie auch um soziale Spannungen in den jeweiligen Stadtvierteln gehen kann. Die Gespräche bildeten den Ausgangspunkt für Kurzgeschichten, Essays oder Gedichte, die später in einem Buch veröffentlicht wurden.

Projektleitung/Kuratorin: Stefanie Klinge
Künstler: Josep-Maria Martín (E)
Autoren: Feridun Zaimoglu (TR/D), Anna Katharina Hahn, Thomas von Steinaecker, Fahimeh Farsaie (IR), Stefan Beuse, Pilar Baumeister (E/D), Sudabeh Mohafez (IR/D), Odile Néri-Kaiser (F/D) u.a.

Veranstaltungsorte und -zeitraum:
Köln: 7. - 10. Juni 2007; Hamburg: 13. - 16. Juni 2007; Berlin 23. - 26. Juni 2007; Stuttgart: 27.Juni - 1. Juli 2007;

Kon­takt

Incult-Iniciativas Culturales

Antic de Sant Joan 14

08003 Barcelona (E)

www.incult.es