Mit der Erfindung des Buchdrucks, der die massenhafte Verbreitung von Texten und Bildern ermöglichte, entwickelte sich die Bildergeschichte schnell als eigenständige Kunstform, die sich weltlichen Themen zuwandte und eine große Popularität erlangte. Bebilderte politische Flugblätter leisteten einer "Demokratisierung" des Wissens Vorschub. Spätestens seit dem Aufstieg der Tageszeitung zum Massenmedium sprachen sie, etwa in Form der Deutschen Bilderbögen, die gesamte Bevölkerung an. Die Ausstellung des Hamburger Kunstvereins versammelte erstmals Bildergeschichten aus mehreren Jahrhunderten aus Europa, Japan, den USA und dem Iran. Für den Kurator Florian Waldvogel bildeten dezidiert politische Themen das Auswahlkriterium.
Die Schau zeigte, unter welchen Bedingungen die Bildergeschichten produziert und rezipiert wurden. Ihre gesellschaftspolitische Funktion sollte durch narrative und pädagogische Aspekte erklärt werden, die sich dem Betrachter unabhängig von seinem kunstgeschichtlichen Vorwissen erschließen. Dieser demokratische Gestus spiegelte sich auch in der Szenografie der Ausstellung wider, bei der die Vermittlung des künstlerischen Mediums Bildergeschichte im Vordergrund stand: Eine Begleitpublikation - nach Art eines Bilderbogens gestaltet -, Vortragsreihen und Diskussionen, Seminare und Workshops ergänzten die Ausstellung.

Kurator: Florian Waldvogel
Künstlerische Mitarbeit: Michael Asher (US), Scott McCloud (US), Christoph Steinegger (AT)
Künstler/innen: Albrecht Dürer / Art Spiegelman (US), Rube Goldberg (US) / Vernon Green (US), Hokusai (J) / Golo (Guy Nadeau) (F), Francisco de Goya (E) / Jake und Dinos Chapman (GB), Hans Holbein / Martin Arnold (A), Jörg Immendorff / Jules Feiffer (US), Henry Moore (GB) / Joe Sacco (US), Richard Felton Outcault (US) / Raymond Pettibon (US), Alfred Rethel / Grayson Perry (GB), Thomas Rowlandson (GB) / Marjane Satrapi (IR) u.a.

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