Die heute zur Ukraine gehörende Stadt Lemberg/Lviv war im Laufe ihrer wechselvollen Geschichte eine Stadt der Begegnung verschiedener Ethnien, Kulturen und Religionen. Die Stadt gehörte einst zu Polen und zu Österreich-Ungarn, wurde von Russen und Deutschen besetzt und nach dem 2. Weltkrieg Teil der Sowjetunion. Für das europäische Judentum war dieses "Jerusalem des Ostens" von herausragender Bedeutung. Unter anderem lebten hier die Schriftsteller Joseph Roth, Leopold von Sacher-Masoch und Stanislaw Lem. Simon Wiesenthal und Martin Buber studierten in Lemberg. Die Geschichte der Stadt als geistig-kulturelles Zentrum endete mit dem 2. Weltkrieg und der Ermordung fast aller Juden in Lemberg. In jüngster Zeit spielte Lviv als eines der Zentren der ukrainischen Unabhängigkeitsbewegung und der orangenen Revolution wieder eine historisch bedeutsame Rolle. Ausstellung und Publikation behandelten Fragen nach der Zukunft der Stadt, ihrem Umgang mit dem kulturellen Erbe als Schauplatz europäischer und insbesondere jüdischer Kulturgeschichte. Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit ukrainischen Kulturschaffenden konzipiert wurde, hatte ihre erste Station im Berliner Centrum Judaicum und wurde im Anschluss in Lemberg gezeigt.


Projektleitung: Hermann Simon, Chana Schütz
Kuratoren: Irene Stratenwerth, Ronald Hinrichs
Mitwirkende / Künstler/innen: Jurj Andruchowytsch, Yaroslaw Hrytsak, Wolodja Kaufmann, Iryna Kryororutcka, Olena Onufri, Sofia Onufri, Jurko Prochasko, Andrij Saljuk (alle UA), sowie Studierende verschiedener Universitäten und Hochschulen in Lemberg Ausstellungsdesign: Marcus Spiegel

Kon­takt

Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum

Oranienburger Straße 28-30

10117 Berlin

www.cjudaicum.de