Angesichts der zunehmenden Etablierung partizipativer Theaterformen in den letzten Jahren erscheint eine Debatte über deren ästhetische Qualitätsmerkmale immer wichtiger, wird es doch vor allem von ihnen abhängen, ob die Arbeit dieser neu gegründeten Bürgerbühnen und Volkstheater auf Dauer als relevante Kunstform wahrgenommen wird. Gemeinsam mit der Mannheimer Bürgerbühne veranstaltete die Bürgerbühne Dresden ein zunächst auf zwei Jahre angelegtes Festival, mit dem sie ein zentrales Forum für die Präsentation und Diskussion professioneller Theaterarbeit mit nicht-professionellen Darsteller/innen etablieren wollte. Das künstlerische Programm der ersten Ausgabe in Dresden zeigte zwölf einschlägige Produktionen und wurde flankiert von einem breit angelegten Symposium mit Theaterschaffenden und Wissenschaftler/innen, Politiker/innen und Journalist/innen. Es war als Leistungsschau konzipiert, die in Zukunft alljährlich an einem anderen europäischen Theater durchgeführt werden soll. Ihr Anspruch war es, die Vernetzung der Bürgerbühnen voranzubringen und die Entwicklung der professionellen partizipativen Theaterarbeit kritisch zu reflektieren.

Eingeladen zum Festival in Dresden waren folgende Produktionen:

  • Die letzten Zeugen (Burgtheater Wien, Regie: Doron Rabinovici und Matthias Hartmann)
  • Solo for Lu (Divadlo Archa Theatre Prag, Regie: Jana Svobodá)
  • Moeders (Ro Theater Rotterdam, Regie: Alize Zandwijk)
  • Requiemachine (Instytut Teatralny Warszawa, Regie: Marta Górnicka)
  • Die Klasse (Junges Theater Basel in Koproduktion mit dem Theater Basel, Regie: Sebastian Nübling)
  • Woe (Stichting Kata/ Edit Kaldor in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer, Teatro Maria Matos (Lissabon), STUK (Leuven), Regie: Edit Kaldor)
  • Dschingis Khan. Eine musikalische Völkerschau (Monster Truck in Koproduktion mit FFT Düsseldorf, Sophiensaele Berlin, Pumpenhaus Münster und Ringlokschuppen Mülheim, von Monster Truck und Theater Thikwa)
  • Dear Moldova, can we kiss just a little bit? (Teatru Spalatorie Chisinau, Regie: Jessica Glause)
  • Ich armer Tor (Bürgerbühne Dresden, Regie: Miriam Tscholl)
  • Nichts. Was im Leben wichtig ist (Mannheimer Bürgerbühne, Regie: Kristo Šagor)
  • Tod. Sünde. 7 (Junges DT Berlin, Regie: Wojtek Klemm)
  • Eine (Mikro)Ökonomische Weltgeschichte, getanzt (Volkstheater Karlsruhe, Regie: Pascal Rambert)
  • Romeo og Julie lever! (Borgerscenen Aalborg, Regie: Minna Johannesson)


Künstlerische Leitung: Miriam Tscholl, Burkhard Kosminski
Kurator/innen: David Benjamin Brückel, Stefanie Bub, Jan Linders, Jens Christian Led, Birgit Lengers, Miriam Tscholl
Künstler/innen: Bürgerbühne Dresden (Staatsschauspiel Dresden) – Ich armer Tor nach Goethes „Faust“ mit Dresdner Männern in der Midlife-Crisis – Regie: Miriam Tscholl; Mannheimer Bürgerbühne (Nationaltheater Mannheim) – Nichts. Was im Leben wichtig ist (von Janne Teller) – Regie: Kristo Šagor; Volkstheater (Badisches Staatstheater Karlsruhe) – Eine (mikro)ökonomische Weltgeschichte, getanzt (von Pascal Rambert und Éric Méchoulan) – Regie, Choreografie, Bühne, Licht: Pascal Rambert; Borgerscenen (Aalborg Teater) (DK) – Romeo og Julie lever! – Regie: Minna Johannesson; Junges DT Berlin – Tod.Sünde.7 (Eine Stückentwicklung des Jungen DT) – Regie: Wojtek Klemm

Fes­ti­val in Mann­heim

Das zweite Bürgerbühnenfestival, das im März 2015 am Nationaltheater Mannheim stattfand, stand unter dem Motto "Auftritt Volk".

 

Kon­takt

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