Das Festival Beyond Belonging hat sich seit 2007 auf Inszenierungen zum Thema Migration spezialisiert. Das Festival konzentrierte sein Programm im dritten Jahr auf Migrationserfahrungen speziell in Istanbul und Berlin. In diesen Städten machen die Migranten in ihrem Alltag spezifische Erfahrungen von "Differenz" zu dem, was als "Normalität" gilt. Die kreativen Szenen in diesen Städten leben häufig in einem Umfeld, in dem sie unmittelbaren Kontakt mit Themen und Schicksalen haben, die vom Zusammentreffen verschiedener Kulturen und Erfahrungen geprägt sind. Oder sie kennen sie aus eigener Erfahrung. Die aus Istanbul stammende Tänzerin und Choreografin Maral Ceranoglu ließ in ihrem Stück "Das hässliche Entlein" drei Frauen - eine Kurdin, eine lesbische Frau und eine Muslima - zu Wort kommen, die sich gegenseitig von den Vorurteilen erzählen, denen sie in unterschiedlicher Weise in der türkischen Gesellschaft begegnen. Ein weiteres Beispiel aus dem umfangreichen Programm ist ein von Neco Celik, dem deutschen Regisseur türkischer Herkunft aus Berlin-Kreuzberg, inszeniertes Stück über das Doppelleben von türkischen Männern, die Familien in Berlin und Istanbul unterhalten. Die Textvorlage von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel basiert auf empirischen Recherchen.
Das Festival Beyond Belonging fand 2009 erstmalig als Kooperation des Theater Hebbel am Ufer (HAU) und der 2008 neu gegründeten Spielstätte Ballhaus Naunynstraße statt.

Künstlerische Leitung: Shermin Langhoff, Matthias Lilienthal
Künstler/innen: Nurkan Erpulat, Feridun Zaimoglu, Maral Ceranoglu (TR), Dries Verhoeven (NL), Odan Projesi (TR), Neco Celik, Tuncay Kulaoglu (TR), Alper Maral (TR), Ayse Polat (TR), Idil Üner, Murat Daltaban (TR) u.a.

Kon­takt

Hebbel am Ufer

Stresemannstraße 29

10963 Berlin

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