Für „Body Shots“ begegnen sich Schauspieler des Staatstheaters Darmstadt, Tänzer der CocoonDance Company und des Zagreb Dance Center, Internetkünstler und ein Autor in einer interdisziplinären, binationalen Zusammenarbeit. Das Projekt versteht sich als eine Versuchsanordnung: Was, wenn man Körper über die Genregrenzen hinweg als reine Medien begreift und ihre Codes in andere künstlerische Sprachen und Medien überführt? Was, wenn man die Effekte der Aufzeichnung und Wiedergabe von Körpern als Grundlage für Spielanweisungen einer interdisziplinären Performance verwendet? Denn sind es nicht erst die Effekte der digitalen Bildaufzeichnung und des darin begründeten Ewigkeitsversprechens, die unsere Bilder- und Körperwahrnehmung in Frage stellen und alte Unterscheidungen sinnlos werden lassen? Und wodurch könnte das Verhältnis von Bild und Realität nicht besser befragt werden als mit den Mitteln des Körpers?
In zwei in Darmstadt und Zagreb entstehenden Bühnenproduktionen werden entlang dieser Fragen Zeichensysteme und Codes bewusst und nachvollziehbar für den Betrachter verschoben. Aus der Verknüpfung der Partner und Genres ergibt sich ein Potential an Intermedialität, das über die Grenzen reiner Wirkungsästhetik hinausgeht. 

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