Seitdem vor fast 30 Jahren bahnbrechende Tanzproduktionen in Belgien die "flämische Tanzwelle" auslösten, avancierte das Land zu einem der wichtigsten "Tanzländer" Europas. Jedoch konnte - aus Sicht der Szene - die Tanzförderung in Belgien nicht mit dieser rasanten Entwicklung Schritt halten und bis heute nicht angemessen auf die aktuellen Bedürfnisse der Tanzszene reagieren. Aus Unzufriedenheit darüber formierte sich eine Initiative Kulturschaffender, die mit ihrem Masterplan "Canaries in the Coal Mine" eine kultur- und förderpolitische Wende herbeiführen will. Gleich Kanarienvögeln, die früher als eine Art Frühwarnsystem Minenarbeitern hohe Gaskonzentrationen signalisierten, soll die Agenda ein Signal geben, um frühzeitig auf akute Vernachlässigungen des Genres durch die Kulturpolitik hinzuweisen. Einen zusätzlichen Anstoß für diesen Masterplan gaben die Entwicklungen in den europäischen Nachbarländern - allen voran Deutschland, wo mit dem Tanzplan der Kulturstiftung des Bundes umfangreiche Maßnahmen zur nachhaltigen Tanzförderung auf den Weg gebracht wurden. Das Projekt Canaries in the Coal Mine hat am Beispiel Belgiens die Frage nach geeigneten kulturpolitischen Bedingungen für die spartenspezifische Förderung künstlerischer Qualität diskutiert. Neben der Präsentation zeitgenössischer Tanzproduktionen und einiger bis heute vorbildlicher "Klassiker" des zeitgenössischen Tanzes wurde in begleitenden Gesprächs- und Diskussionsrunden der Blick auf die Produktionsbedingungen geschärft und darauf speziell zugeschnittene Maßnahmen zur Förderung des Tanzes entwickelt. Canaries in the Coal Mine fand im Rahmen von Tanztheater International, Festival für zeitgenössischen Tanz statt.

Künstlerische Leitung: Christiane Winter
Künstler/innen / Ensembles: Jan Lauwers & Needcompany (B), Les SlovaKs Dance Collective (B) u.a.

Kon­takt

Tanz und Theater e.V.

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