Massenproteste auf dem Istanbuler Taksim Platz, Occupy-Bewegung, Aufstände in Tunesien und Ägypten – diese Ereignisse nahm Kampnagel zum Anlass, Verbindungslinien von Choreografie und Protest herauszuarbeiten. Ausgangspunkt dafür war die Beobachtung, dass verschiedene Gruppen choreografische und tänzerische Elemente in ihren Protest integrieren, wie die europäische Rebel Clown Army, die „je danserai malgré tout“-Bewegung aus Tunesien oder der „Standing Man“ vom Taksim Platz. In acht Trainingscamps, die ohne tänzerische Vorkenntnisse besucht werden konnten, wurde das Potenzial, das choreografische Strategien für die Protestbewegung haben, untersucht und trainiert. Realität und Inszenierung sollten dabei bewusst vermischt und die reale Protestbewegung in den theatralen Raum einbezogen werden. Trainer/innen waren u.a. der Queer-Aktivist Keith Hennessy, der Künstler und Mitglied der englischen Rebel Clown Army, John Jordan, der „Standing Man“ aus Istanbul, Erdem Gündüz sowie die Theoretikerin Ana Vujanovic. Neben dem Trainingsprogramm wurden zwei Neuinszenierungen von Keith Hennessy bzw. Saša Asentić aufgeführt. Der israelische Künstler Omer Krieger inszenierte konfrontative Situationen im öffentlichen Raum, bei denen der Clash programmiert ist. Auch das Schwabinggrad Ballett verknüpfte Choreografie mit Protest und setzte Körper als aktive Widerstandszentren ein. „Choreografie und Protest“ bot eine Plattform für hochkarätige Choreografen, Tänzer, Theoretiker und politische Aktivisten und ermöglichte Künstlern und Publikum, gemeinsam nach den „sozialen Choreografien“ (Andrew Hewitt) von heute zu suchen.

Künstlerische Leitung: Melanie Zimmermann, Caroline Spellenberg
Choreografie: Keith Hennessy (US), Saša Asentić (CS), Sinisa Ilic, Marta Popivoda, Ana Vujanovic, Omer Krieger, Schwabinggrad Ballett, Erdem Gündüz (TR), John Jordan (GB), Taoufiq Izeddiou, Isabelle Schad, Jassem Hindi u.v.a.

 

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