Für das Festival Ciudades paralelas luden die Regisseure Stefan Kaegi und Lola Arias schweizer, deutsche und argentinische Künstler ein, Interventionen für Orte zu erfinden, die es überall, in jeder Stadt gibt: Fabriken, Gebäude, Supermärkte, Parks oder Hotels. Die Künstler haben in jeder Stadt mit anderen Performern Stücke entwickelt, die einen täglich genutzten, öffentlichen Raum in eine Bühne verwandelt haben und den Zuschauer aufgefordert, diese Orte mit anderen Augen wahrzunehmen:
Dominic Huber bespielte ein Wohnhaus, dessen Bewohner die Zuschauer von der anderen Straßenseite her beobachten und abhören konnten wie Detektive eines nie begangenen Verbrechens. Gerardo Naumanns Fabrikarbeiter führten das Publikum auf eine subjektive Reise entlang ihrer Fertigungsstraße. Die Radio-Aktivisten von Ligna inszenierten ihre Hörer in einem Shoppingcenter zu einem verschwörerischen Radio-Ballett. Lola Arias inszenierte Hotelzimmer mit Geschichten über den Putzdienst, der vorwiegend aus Ausländerinnen besteht, die für andere Ausländer saubermachen. Und Stefan Kaegi führte diese Projekte auf einem Dach zusammen. Als Vorbild eines solchen Theaters im öffentlichen Raum kann Mariano Pensottis La Marea gelten: In Brüssel und Berlin verwandelte der argentinische Regisseur eine Straße in eine öffentliche Bühne und begeisterte ein Publikum, das vermutlich nicht ins Theater gegangen wäre. Das Festival Ciudades paralelas fand in Berlin, Buenos Aires und Zürich statt.

Künstlerische Leitung: Lola Arias (RA/D), Stefan Kaegi (CH/D)
Mit Projekten von: Christian Garcia/Velma (D/CH), Ant Hampton/Tim Etchells (UK), Dominic Huber (CH/D), Ligna (D), Gerardo Naumann (RA/D), Mariano Pensotti (RA)

Veranstaltungsorte und -zeitraum:
Hebbel am Ufer Berlin, 17.9.–24.9.2010
Argentinien, Goethe Institut Buenos Aires, 26.11.– 5.12.2010
Polen, Warschau, 26.5.–3.6.2011
Schweiz, Schauspielhaus Zürich, 23.6.–2.7.2011

Kon­takt

Hebbel am Ufer

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