Die Oper steht in dem Ruf, ein elitärer Ort für ein erlesenes und geschultes Publikum zu sein. Doch sie enthält, wie kaum eine andere Kunstform, ein Terrain des Gemeinsamen, da sie über eine inklusive und universale Sprache verfügt: die Musikalität der Affekte. Wie kann das „Symptom der Oper“ verwandelt werden in eine Produktivkraft, der sich jede/r bedienen kann? Die Gruppe KGI erforscht seit 2013 das Thema inklusive Kunst. Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Aneignung und Transformation unterschiedlicher Kunstformate - von Theater, Film und Tanz bis zur Oper. KGI hacken auf charmante Weise die Hochkultur und reformulieren die weitverbreitete These von Könnerschaft als bürgerliches Distinktionsmerkmal in der Kunst,  Politisch und ästhetisch Komplexes wird unterhaltsam und kommensurabel. In Zusammenarbeit mit Menschen aus so genannten hochkulturfernen Schichten werden u.a. Youtube-Tutorials erarbeitet und Praktika in den Abteilungen und Gewerken absolviert, um der Oper gemeinsam auf den Grund zu gehen. Am Ende stehen zwei große Inszenierungen am Musiktheater im Revier und am Ringlokschuppen Ruhr zwischen Liebeserklärung, Utopie und Unmöglichkeit und der Forderung nach legitimer Teilhabe und der Anmaßung des Größenwahns, wie ihn nur die Oper kennt und liebt.

Kon­takt

KGI – Büro für nicht übertragbare Angelegenheiten

http://k-g-i.de