Wachsende Städte wie Berlin verändern rasch ihr städtebauliches Erscheinungsbild: Freiflächen machen Platz für neue Wohn- und Bürobauten, ikonische und das Stadtleben prägende Gebäude werden durch Privatisierung für die Öffentlichkeit unzugänglich, andere verschwinden ganz. Mit „Disappearing Berlin“ will der Schinkel Pavillon durch künstlerische Interventionen die Aufmerksamkeit auf außergewöhnliche urbane Räume lenken, die vom Verschwinden bedroht sind. Der Kunstverein möchte auf diese Weise modellhaft erproben, wie Kulturinstitutionen das stadtgesellschaftliche Bewusstsein und Engagement für solche Orte stärken und sich produktiv in Gentrifizierungsdebatten einbringen können, um zu einem behutsameren städtebaulichen Wandel beizutragen.

Dafür lädt der Schinkel Pavillon international angesehene Künstlerinnen ein, acht Orte künstlerisch zu bespielen, die von diesem Wandel akut betroffen sind und von denen einige im Jahr 2022 nicht mehr existieren werden: Anne Imhof inszeniert etwa vor der brutalistischen Kulisse des ehemaligen Tierversuchslabors der Freien Universität Berlin ritualhafte Szenen mit tierischen Hauptdarstellern, die an die Historie des sogenannten Mäusebunkers anknüpfen. Für das leerstehende, futuristisch anmutende Turmrestaurant „Bierpinsel“ in Berlin-Steglitz entwickelt wiederum die Theatermacherin Elisabeth Sutherland ein ortsspezifisches Stück, das westliche Theatertraditionen hinterfragt. Und das Kollektiv Cooking Sections untersucht im Lichtenberger Dong Xuan Center die Auswirkungen der Lebensmittelindustrie auf das Klima.

Künstlerische Leitung: Nina Pohl

  • Termine

    15.04. –
    30.09.2021

    Musik-, Tanz- und Kunstperformances (Termine unter Vorbehalt)

    mehrere Orte | Berlin

Kon­takt

Schinkel Pavillon

Oberwallstraße 1
10117 Berlin
www.schinkelpavillon.de