„Nimm eine Handvoll Palästinenser, gib ein paar Israelis dazu, vermisch das Ganze mit dem Konflikt und schmeck es mit Deutschen und ihren Schuldgefühlen ab. Was kommt dabei raus? Ein großer Erfolg!", ruft die Schauspielerin Ayelet ihren Kollegen in der Schlussszene von ‚Dritte Generation‘ zu. Die zehn israelischen, palästinensischen und deutschen Schauspieler der dritten Generation nach dem Holocaust und der Nakba (der palästinensischen Katastrophe) hauen sich ihre Familiengeschichten, ihre Vorurteile und Erinnerungsrituale, ihre Verletzungen und ihre Wut um die Ohren, dass es kracht. Sie haben gemeinsam mit der Regisseurin Yael Ronen – Shootingstar und Enfant terrible der israelischen Theaterszene – mehrere Monate lang den Gordischen Knoten erforscht, der ihre drei Nationen so eng miteinander verknüpft. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie haben sie aus dieser Recherche aberwitzige Szenen entwickelt wie den Monolog ‚Don't compare‘, in dem eine Israelin Vergleiche zwischen dem Holocaust und der Nakba ad absurdum führt. ‚Dritte Generation‘ war die erste gemeinsame Produktion des Habima National Theatre of Israel und der Schaubühne Berlin.

Regie: Yael Ronen
Dramaturgie: Amit Epstein, Irina Szodruch, Darsteller: Knut Berger, Niels Bormann, Karsten Dahlem, Ishay Golan, George Iskandar, Orit Nahmias, Rawda, Ayelet Robinson, Judith Strößenreuter, Yousef Sweid.

Aufführungen in Deutschland: 8.11. Chemnitz; 10.11. Konstanz; 11.11. München; 12.11. Kaiserslautern; 13./14.11. Wiesbaden; 15.11. Saarbrücken; 10.12. Weimar; 15.12. Braunschweig; 21./22.12. Dessau

Dritte Generation ist eine Koproduktion der Schaubühne Berlin, des Habima National Theatre of Israel, Tel Aviv, und der Ruhrtriennale 2009 im Auftrag von Theater der Welt 2008 in Halle, mit Unterstützung des Goethe-Instituts. Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

Drit­te Ge­ne­ra­ti­on er­hält Preis als bes­te In­sze­nie­rung

Das »Kontrapunkt Festival« aus Stettin hat die Inszenierung »Dritte Generation« von Yael Ronen & the Company im Frühjahr 2010 mit zwei Preisen ausgezeichnet. Die Produktion erhielt den Hauptpreis der Publikumsjury als »Beste Inszenierung« und den Preis des Kultusministers für »den künstlerischen Diskurs mit dem Publikum über die schwierigsten und dringendsten Themen sowie für die Treffsicherheit der Theatersprache, die die Inszenierung zu wahrhaftiger Kunst erhebt«. Das »Kontrapunkt Festival« ist eines der ältesten Theaterfestivals Polens und will die neusten Tendenzen des polnischen und deutschen Theaters zeigen.

Kon­takt

Schaubühne Berlin

Kurfürstendamm 153

10709 Berlin