Unabhängigkeit! Selbstbestimmung! Das klingt nach Befreiung und historischem Fortschritt und ist doch oft verbunden mit Ab- und Ausgrenzung, mit Populismus und Renationalisierung. In „Fight (for) Independence“ schließen sich die Künstler*innen der Costa Compagnie aus Berlin und Hamburg mit den Staatstheatern in Nürnberg und Oldenburg sowie mit dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst  Oldenburg und dem Ballhaus Ost Berlin als Gastspielpartner zusammen und begeben sich auf einen inhaltlich und biografisch verknüpften Recherche-Pfad. Im ersten Jahr reichen die Stationen von den Reichsbürgern in Franken, über den Brexit im Vereinigten Königreich bis hin zur „Independence“-Bewegung in Südsudan, im zweiten Jahr von Mosambiks FRELIMO bis hin zu Kataloniens Estelada.

Die polyphonen Positionen werden mit 360°-Kameras gefilmt und in zwei spartenübergreifenden, immersiven Performances an den Theaterhäusern, in einer choreographischen Arbeit im Kunstverein sowie filmisch in der Virtuellen Realität umgesetzt. Dabei widmen sich die Künstler auch dem Zusammenhang von Affekten und Abgrenzungsmechanismen, die global im Zuge digitaler Realitäten zu beobachten sind. Im Zentrum des Projekts stehen folgende Fragen: Was bedeutet Unabhängigkeit heute und von wem wünschen wir sie uns? Wie sehen die konkreten Erfahrungen der in Unabhängigkeitsprozesse involvierten Menschen aus? Worin bestehen die Unterschiede und die Abhängigkeiten zwischen globalem Norden und Süden? Was sind kritische, postkoloniale Perspektiven? Und wie kann „Unabhängigkeit“ in ein intermediales, zeitgenössisches Format gebracht werden?

Independence in Space

In der begehbaren Installation "Independence in Space" setzen sich die Costa Compagnie mit dem Tänzer und Choreografen Jascha Viehstädt und dem Regisseur Felix Meyer-Christian unter Beteiligung der Schauspielerinnen Katharina Shakina, Helen Wendt körperlich-tänzerisch mit mit körperlichen und räumlichen Dynamiken globaler Unabhängigkeitsbewegungen auseinander. Ebenfalls im Team ist die katalanische Tänzerin und Performerin Montserrat Gardó Castillo, die den Konflikt um die Unabhängigkeit in ihrer Heimat seit Jahren mitverfolgt. Berückende Körper-Bilder entlang der Freiheit des Andersdenkenden, von Vereinzelung, Verlust, Aufbruch, Stolz, Aggression und Solidarität verbinden sich mit einer Sound-Installation aus Geräuschen, Klängen, und Sprachversatzstücken aus den Recherchereisen nach Großbritannien, Bayern, Katalonien und in den Südsudan. Bewegung und Sound verdichten sich in dieser Performance zu einer die Zuschauenden umgebenden Assoziations-Welt.

"Independence in Space" ist ein Teil der vierteiligen Kooperation des Staatstheaters mit der Costa Compagnie, dem Staatstheater Nürnberg und dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst. Die anderen drei Teile, "Independence for All", "Independence for You" und "Independence in Virtual Reality" werden vom 14.-17.5.2020 in der Exerzierhalle im Rahmen des flausen+ BANDEN! - Festivals gezeigt.

  • Termine

    11.01. –
    12.01.2020

    Performance "Independence in Space"

    Edith-Russ-Haus für Medienkunst | Oldenburg

    27.06. –
    29.06.2019

    Independence for All

    Ballhaus Ost | Berlin

    20.06. –
    20.06.2019

    Premiere: Independence for All

    Staatstheater | Nürnberg

Kon­takt

costa compagnie

www.costacompagnie.org