Als der französische Choreograf Boris Charmatz seinerzeit die Leitung des nationalen choreografischen Zentrums in Rennes übernahm, machte er daraus das Musée de la danse. Hier und andernorts erarbeitet er im Dialog mit Philosophen und Soziologen seine Choreografien, die sich mit den Bedingungen und Grenzen des Mediums Tanz und dessen Bezug zur Gesellschaft befassen. Charmatz ist heute wichtiger Impulsgeber für die internationale Tanzszene der Gegenwart, sein künstlerischer Schwerpunkt liegt auf interdisziplinären Formen und Formaten. Foreign Affairs, ein internationales Festival für zeitgenössische performative Künste im Haus der Berliner Festspiele, fokussierte in seiner Auflage 2014 Boris Charmatz‘ Arbeiten an der Grenze zwischen performativer und bildender Kunst. Von seinen ersten Stücken, die er für Berlin wieder aufnahm, bis zu seinen jüngsten Arbeiten beziehen Charmatz‘ Choreografien die Bereiche Tanz und Museum in eigensinniger Weise aufeinander. Für Foreign Affairs produzierte er aktuell ein szenisches Ausstellungsformat zur Erweiterung der choreografischen Praxis sowie eine große ortsspezifische Arbeit, die 20 Performer am Berliner Sowjetischen Ehrenmal zur Aufführung brachten. Erstmals war hier das Werk des Musée de la danse in einer Breite zu sehen, die seine große Bedeutung für die zeitgenössischen performativen Künste vor Augen zu führen vermochte. 

Künstlerische Leitung: Boris Charmatz, Martina Hochmuth (Musée de la danse), Matthias von Hartz, Carolin Hochleichter (Foreign Affairs)
Künstler/innen: Nuno Bizarro, Varinia Canto Vila, Ashley Chen, Raphaëlle Delaunay, Sara De Roo, Olga Dukhovnaya, Peggy Grelat-Dupont, Dmitry Gutov, Reinhild Hoffmann, Janez Janša, Lénio Kaklea, Matej Keižar, Jérôme Marin, Alex Mugler, Mani A. Mungai, Ko Murobushi, Sonja Pregrad, Frédéric Seguette, Sven Walser und Julian Weber.

Kon­takt

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