Mathieu Kassovitz‘ Film Hass aus dem Jahr 1995 erzählte einen Tag im Leben dreier Jugendlicher, die in einem Pariser Vorort ein trostloses, von Gewalt geprägtes Leben ohne Schule, Jobs und Zukunftsperspektive führten. In ihrer Banlieue herrschten seinerzeit massive Unruhen, nachdem bekannt wurde, dass ihr Freund nach einem brutalen Polizeiverhör im Krankenhaus um sein Leben rang. Der Film, dem der authentische Fall eines im Polizeiverhör misshandelten Jungen zu Grunde liegt, entstand knapp zehn Jahre vor den großen Unruhen, die 2005 Frankreich erschütterten.
Der Film inspirierte die Regisseure Tamer Yiğit und Branka Prlić zu einer Theaterfassung mit filmischen Elementen. Ihr Stück handelte allerdings von den Erfahrungen Berliner Jugendlicher, die in sog. Problembezirken der Hauptstadt mehr schlecht als recht leben. Im Vorfeld recherchierten und analysierten die Regisseure dafür Unterschiede und Parallelen zwischen Pariser Banlieues und Berliner Problembezirken, untersuchten die Begleitumstände der Krawalle, die 2005 in Paris, 2008 in Griechenland und 2006 in Berlin eskalierten. Dabei standen die Fragen im Zentrum, woraus die Gewaltbereitschaft Jugendlicher resultiert, wie ihr Hass entsteht, wie er geschürt und freigesetzt wird. Erfahrungen der Regisseure und von Personen aus ihrem unmittelbaren Umfeld flossen dabei ebenso in die Bühnenarbeit ein wie dokumentarische Elemente aus dem Leben der jungen Darsteller/innen.

Künstlerische Leitung: Tamer Yiğit und Branka Prlić, Dramaturgie: Tim Staffel, Video: Marie Viertmann, Darsteller: Christoph Bach, Haydar Yilmaz, Almila Bağriaçik, Harkan Saygun, Musik: Volkan Türeli, Danny Bruder, Disput.

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