Die Weltöffentlichkeit verbindet derzeit mit Kolumbien überwiegend Schreckensmeldungen: Bürgerkriege und Korruption, Drogenkartelle und Latifundienwirtschaft, bewaffneter Kampf von Paramilitärs und Guerillagruppen sowie Greueltaten an der Zivilbevölkerung. Im Jahr 2010, da die Präsidentschaftswahlen mit dem 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung des Landes zusammenfallen, macht Kolumbien mit zahlreichen öffentlichen Feierlichkeiten, aber auch mit Protestveranstaltungen aus der Bevölkerung auf sich aufmerksam.
Aus diesem Anlass wendete sich das Theater Hebbel am Ufer mit der Frage an kolumbianische Künstler, ob es überhaupt einen Grund zum Feiern gibt: Wie geht man in Kolumbien mit der eigenen Geschichte um, die tiefe Spuren im kollektiven Bewusstsein der Gesellschaft hinterlassen hat? Wie thematisieren die Künstler dieses Festjahr - wie ihren Alltag?
Zwei Tanzkompagnien und drei Theatergruppen sollten mit ihrer Umsetzung sozialer Themen die öffentliche Wahrnehmung um die Perspektive von Künstlern erweitern, die sich kritisch mit der gesellschaftspolitischen Realität ihres Landes auseinandersetzen und Ängste und Hoffnungen seiner Bevölkerung artikulieren. Ein Rahmenprogramm mit Arbeiten von bildenden Künstlern, mit aktuellen Filmen über die politische und soziale Situation in Kolumbien sowie mit Vorträgen und Podiumsgesprächen ergänzte das Festival eines Landes, das trotz widriger politischer Zustände und fehlender Fördersysteme über eine äußerst vielfältige kulturelle Szene verfügt.

Künstlerische Leitung: Gustavo Liano (CO), Kirsten Hehmeyer
Künstler/innen: Manuel Orjuela Cortés (CO), Rolf & Heidi Abderhalden (CO), Tino Fernández (CO), Carlos Motta, Fabio Rubiano Orjuela/ Teatro Petr, Jorge Hugo Marin/ La Maldita Vanidad, Juan Gabriel Vásquez u.a.

Kon­takt

Hebbel am Ufer

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