Mit der Neuinszenierung des Opern-Oratoriums Oedipe Roi von Igor Strawinsky und Jean Cocteau betrat die Argentinierin Constanza Macras künstlerisches Neuland, indem sie erstmals einen Opernstoff bearbeitete. Macras gelang es, mit ihrer Neuproduktion dieses modernen Klassikers, einer Oper mit sinfonischem Orchester und Chor, eine zeitgemäße Fassung mit den Mitteln des modernen Tanztheaters zu schaffen, dabei aber die ursprünglichen Prinzipien einer Abkehr vom Bühnenrealismus und dem Verzicht auf eine psychologisierende Deutung beizubehalten.
Die Handlung der Oper ließ Macras durch acht Tänzer darstellen. Eine weitere Abweichung gegenüber dem Original war die Aufteilung des Zweiakters in fünf Spielszenen. Jede Szene glich einem "lebendigen Gemälde", so dass eine choreografierte Abfolge von Tableaux Vivants entstand, die von Gregory Crewdsons fotografischem Hyperrealismus und Jeff Walls inszenierter Fotografie inspiriert sind. Der lateinische Gesangstext aus der Fassung von Cocteau / Strawinsky, der die überzeitliche Thematik des Stoffes unterstreicht, blieb auch in Macras' Inszenierung erhalten.
Ödipus Rex war eine Koproduktion mit dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau, dem Teatro Comunale di Ferrara sowie dem Festival MESS Sarajevo.

Künstlerische Leitung: Constanza Macras (AR)
Musikalische Leitung: Max Renne
Dramaturgie: Carmen Mehnert
Tanz: Chiharua Shiota (JP)

Kon­takt

Constanza Macras / Dorky Park

Wollinerstraße 8

10435 Berlin

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