Place Internationale

Die 72 Tage der Commune oder der lange Wellenschlag der Revolution

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Projektbeschreibung

Die Pariser Commune von 1871 gilt als Manifestationspunkt der Moderne, in dem sich zentrale Fragen des 20. Jahrhunderts nach einer besseren Gesellschaftsordnung ankündigten. Der Aufstand gegen die französische Zentralregierung durch einen revolutionären Pariser Stadtrat hatte zum Ziel, Paris nach sozialistischen Vorstellungen umzugestalten. Die Commune war später unter anderem auch Vorbild für Kurt Eisners Rätedemokratie in München oder die kommunistische Vorstellung von einer „Diktatur des Proletariats“. Auf Künstler aller Genres hat die Pariser Commune seit jeher einen großen Reiz ausgeübt.

150 Jahre nach ihrer Gründung interpretiert das Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf Düsseldorf mit „Place Internationale – Die 72 Tage der Commune oder der lange Wellenschlag der Revolution“ die Pariser Commune als Experiment für neue Formen städtischer Demokratie. In einer multidisziplinären Erkundung, bei der sich künstlerische Formen und Medien wie Fotografie, Performances, Musik mit Urbanismus und Aktivismus in einem Laboratorium verbinden, soll durch die Re-Lektüren der Pariser Commune das gegenwärtige Unbehagen in Städten wie Athen, Barcelona oder Kairo untersucht werden. Die Unruhen in jenen Städten hängen mit uneingelösten Versprechen auf Selbstbestimmung, Munizipalismus und dem „Recht auf Stadt“ zusammen wie ehemals in Paris, so die These von Place Internationale.

Bis das FFT Düsseldorf 2021 seine neue Spielstätte in der ehemaligen Hauptpost beziehen kann, wo mit der Zentralbibliothek und dem Theatermuseum im KAP1 ein großes Kulturzentrum in der Nähe des Hauptbahnhofs entsteht, nutzt Place Internationale den Ort der Planwerkstatt 378 in Flingern-Süd und weitere Orte im Stadtraum, wo ein urbanes Umfeld im Umbruch Raum für Erkundungen und Kooperationen bietet. Place Internationale wird aus zwei zeitlich versetzten je vierwöchigen Veranstaltungsblöcken und weiteren Stationen bestehen und so die kommende Spielzeit des FFT rahmen. Nach dem Auftakt im September wird der abschließende Teil im Mai 2022 im KAP1 stattfinden. Im Projektzeitraum wird eine Gruppe von ca. 30 internationalen Künstlern, Theoretikerinnen und Aktivistinnen künstlerisch-soziale Praxen von Selbstbestimmung und Selbstermächtigung (Commoning) in verschiedenen Formaten erproben: offene Hochschule, künstlerischer Wissensraum und Festivalatmosphäre. Die Türen sind 24 Stunden bei freiem Eintritt für alle geöffnet. Gemeinsam soll so der Entwurf einer städtischen Kultureinrichtung durchgespielt werden, die die Ideen der Pariser Commune auf die aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten projiziert und die Kulturinstitutionen im Sinne einer radikalen Demokratisierung nachhaltig verändert.

Projektleitung: Jochen Becker, Jan Lemitz, Klaus Ronneberger, Kathrin Tiedemann
Teilnehmerinnen: Claudia Bosse, Monika Gintersdorfer/Klaßen, Arno Gisinger, Bouchra Khalili, Aernout Mik, Gerald Raunig, Christoph Schäfer, Christoph Schmidt, Urban Subjects u.a.

Termine

  • 6. Oktober, 2021 bis 10. Oktober, 2021: Fortführung des Projekts 

    urbanize Festival, Wien

  • 3. September, 2021 bis 2. Oktober, 2021: Performances, Installationen, Künstlerisches Labor

    FFT Düsseldorf, Planwerkstatt 378, Düsseldorf

Kontakt

Forum Freies Theater e.V. (FFT)

Jahnstraße 3
40215 Düsseldorf

www.fft-duesseldorf.de (externer Link, öffnet neues Fenster)