Der bildende Künstler, Regisseur und Choreograf Jan Fabre zielt in seinen Stücken auf die Verwundbarkeit des Tänzerkörpers ab. Der leistungsbereite und gesunde Körper wird durch äußere und innere Anforderungen so sehr strapaziert, dass trotz der angestrebten körperlichen Perfektion seine Verletzlichkeit, Gefährdung und Unsicherheit durchscheint.
Die Veranstaltungsreihe „Precarious Bodies“ im Hebbel am Ufer öffnete die Performancekunst von Jan Fabre für eine neue Zuschauergeneration und setzte sie in Bezug zu aktuellen Produktionen. 30 Jahre nach den Erstaufführungen der Stücke „Es ist Theater, wie zu erwarten und vorherzusehen war“ (1982) und „Die Macht der theatralen Torheit“ (1984) gaben sie Rückschlüsse auf vergangene und aktuelle Körperbilder; wie sie sich verändert haben und welche politischen Machtbeziehungen sich an ihnen manifestieren.
Die Produktionen einer jungen internationalen Künstlergeneration setzten Jan Fabres Thematik in einen zeitgenössischen Kontext. Der schwedische Künstler Markus Öhrn interpretierte Jan Fabres Text „Etant Donnés“ neu und spielte mit versteckten sexuellen Begierden und dem Verhältnis zwischen Sehen und Gesehenwerden. In der „Untitled Feminist Show“ der koreanisch-amerikanische Choreografin Young Jean Lee traten Frauen auf, die ganz augenscheinlich nicht den gegenwärtigen Schönheitsidealen entsprachen. Gängige Körperbilder dekonstruierte auch der mosambikanische Tänzer und Choreograf Panaibra Canda in seinem Stück „The Marabentha Solos“. 

Künstlerische Leitung: Annemie Vanackere
Künstler/innen: Jan Fabre (BE), Young Jean Lee (US), Markus Öhrn (SE), Panaibra Canda (MZ), Normal Love

Kon­takt

HAU Hebbel am Ufer

Stresemannstraße 29

10963 Berlin

www.hebbel-am-ufer.de