Hundert Jahre nach der Uraufführung von Igor Strawinskis epochemachendem Werk Le Sacre du Printemps unternahm der Choreograf und Regisseur Laurent Chétouane eine Adaption des Stückes. Im Mittelpunkt der Neuinszenierung stand die Frage nach dem Umgang mit dem Fremden in unserer Zeit und in der westlichen Gesellschaft. Ausgehend von der Feststellung, dass das Fremde heute nur geduldet wird, wenn es sich assimiliert und Teil des Eigenen wird, entwarf Chétouane tänzerisch und musikalisch ein neues Verhältnis zwischen Eigenem und Fremden. In seiner Interpretation blieb das Fremde erhalten und dient der Bestätigung des Eigenen. An Stelle der Integration tritt ein neuer Entwurf von Zusammenleben.
Die Choreografie wurde erarbeitet mit namhaften internationalen Tänzern; die musikalische Komposition übernahm der Musiker Leo Schmidthals. Er hat Strawinskis Original mit Hilfe von Fragmentierung, Ausdehnung und Beschleunigung in eine neue Form überführt. Begleitet wurde das Projekt von einem Symposium unter Leitung des Theaterwissenschaftlers Nikolaus Müller-Schöll und einer Publikation, in denen die Bedeutung ästhetischer Erkenntnis bei der Verhandlung von existentiellen Fragen unserer Zeit untersucht wurde.

Regie / Choreografie: Laurent Chétouane (FR), Bühne: Patrick Koch, Kostüme: Sophie Reble (CH), Kompositionen: Igor Stravinsky, Leo Schmidthals, Video: Tomek Jeziorski (PL), Licht: Stefan Riccius, Tänzer/innen: Joséphine Evrard (FR) , Kathryn Enrigth (US) , An Kaler (AT), Senem Gökce Ogultekin (TR) , Matthieu Burner (FR), Joris Camelin (FR), Charlie Fouchier (FR)

Kon­takt

Sacré GbR

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