Nach seinen legendären Reportagen Kanak Sprak und Koppstoff führte Feridun Zaimoglu wieder Feldrecherchen in Nischenmilieus durch. Diesmal gaben ihm Neomosleminnen, junge Deutsche aus traditionellen oder liberal-säkularen Elternhäusern, Auskunft über ihre Motive, sich zu einem orthodoxen moslemischen Glauben zu bekennen. Das Interview-Material übersetzte Zaimoglu in seine Kunstsprache, um daraus neue Koppstoff-Monologe für die Bühne zu schaffen. Dabei problematisierte Zaimoglu auch das Theater als Mittel der Integration von islamischen Szenen und fragte, ob es sich als Instrument der öffentlichen Selbstinszenierung anbieten darf. Wer funktionalisiert hier wen: Das Theater die Neomosleminnen oder die Neomosleminnen das Theater?

Buch: "Schwarze Jungfrauen": Feridun Zaimoglu, Günter Senkel
Regie: Neco Celik (TR)

Kon­takt

Hebbel am Ufer
Shermin Langhoff

Stresemannstraße 29

10963 Berlin