Das kanadische Künstlerpaar Janet Cardiff und George Bures Miller ist international bekannt für seine ausgefeilten Raum- und Klanginstallationen an der Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Für das Hebbel am Ufer entwickelten Cardiff und Miller eine neue begehbare multimediale Kunstinstallation mit der Außenhülle einer Chinesischen Dschunke aus den 1930er Jahren, die auf dem begrünten Vorplatz des Theaters (vor dem HAU 2) installiert wurde.
Außen geschmückt mit Lichtern und Objekten, erwartete den Besucher, der das Ship o’ Fools betrat, im Inneren eine eigenständige Welt voller Geschichten, die mit akustischen und lichtmechanischen Installationen inszeniert wurden. Inspiriert war die Arbeit von Sebastian Brants „Daß Narrenschyff ad Narragoniam“ aus dem Jahr 1494, einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Bücher vor der Reformation, das sich in Form einer Moralsatire mit menschlichen Fehlern und Lastern, den Ursachen närrischer Unvernunft, befasst. Das Narrenschiff ist bevölkert von närrischen, lasterhaften Passagieren, die ohne Kapitän und unwissend, wohin die Reise geht, unterwegs sind. Cardiff und Miller knüpften an diese Geschichte an und nahmen die Besucher mit auf eine steuerlose Reise durch ein Labyrinth voller verspielter Apparaturen: ein altes Radio, das Seemannslieder spielte, ein mechanischer Violinspieler und ein tanzender Zirkusakrobat, dessen Herzschlag von einer Basstrommel vertont wurde. Eine Untergundwerkstatt für Nonsens in einem alternativen Universum. Ship o’ Fools war ein performatives Experiment, das neue Möglichkeiten von Theater auslotete.

Künstler/innen: Janet Cardiff und George Bures Miller (CA)

Kon­takt

Hebbel am Ufer

Stresemannstraße 29

10963 Berlin

www.hebbel-am-ufer.de