Holocaust, Srebrenica, Ruanda  ─ Völkermord konfrontiert uns mit den nicht fassbaren Untiefen menschlichen Verhaltens. Immer wieder scheitert die Menschheit an diesem „Problem aus der Hölle“ (Samantha Power, 2002). Und doch gibt es in dieser Hölle Menschen, die mit einem Akt der Menschlichkeit Widerstand gegen Willkür und Gewalt leisten. Wovon werden menschliches Verhalten und Moral beeinflusst und wie kann es zu Völkermord und Gewaltexzessen kommen? Die Performance-Installation „Sieben Räume Unbegreifen“ versuchte in sieben begehbaren Räumen spür- und erlebbar zu machen, dass diese Fragen niemals nur die „Anderen“ betreffen, sondern immer auch uns selbst. Das Projekt untersuchte anhand von ethischen, psychologischen, soziologischen und künstlerischen Positionen universelle Mechanismen von Gruppenkonformität, Ausgrenzung und Erniedrigung und erkundete die Ressourcen, die Menschen zum Widerstand befähigen. Die Besucher durchwanderten die Räume, die die Aspekte „Menschlichkeit“, „Spiel“, „Poesie“, „Mythen“, „Erzählung“ und „Fragen“ behandelten. Sie konnten dabei in einem Wechsel von Rezeption und Interaktion verschiedene Aufgaben lösen und unterschiedliche Perspektiven und Rollen einnehmen. Im finalen „Raum des Rechts“ wurde schließlich ein Tribunal inszeniert, das sich an Gerichtsprozessen orientiert, die z.B. gegen Adolf Eichmann oder Ratko Mladić geführt wurden.
Nach der Präsentation in Jena ging die Performance auf Gastspieltour, u.a. nach Amsterdam. Das interdisziplinäre Projekt entstand in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachbereichen der Universität Jena und der Gedenkstätte Buchenwald. Ein umfangreiches Begleitbuch vertieft die einzelnen Aspekte des Themenkomplexes.

Künstlerische Leitung: Giselle Vegter, Ilil Land-Boss
Dramaturgie: Friederike Weidner, Marcel Klett
Musik: Brendan Dougherty
Ausstattung: Karin Betzler

Performance: Nenad Fišer, Ella Gaiser, Leander Gerdes, Nena Šešić-Fišer, Anne Greta Weber u.a.

Kon­takt

Theaterhaus Jena

Schillergässchen 1

07745 Jena

www.theaterhaus-jena.de