Viele junge, gut ausgebildete Griechen verlassen derzeit angesichts von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit ihr Land und immigrieren nach Deutschland. Die Regisseure Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris, die selbst zwischen Berlin und Athen pendeln, und der Dramaturg Jens Hillje griffen diese Entwicklung auf und setzten sich am Beispiel Griechenlands mit der Wirtschafts- und Demokratiekrise in Europa auseinander. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich die aktuellen ökonomischen und politischen Zustände auf die Menschen auswirken. Die Regisseure hatten im Vorfeld griechische Einwanderer der ersten und zweiten Generation zu ihren Wünschen, Hoffnungen und Vorstellungen von Rückkehr interviewt. Im Inszenierungstext vermischten und überlagerten sich die Biografien und Stimmen, die von Wanderung, Identität und der Suche nach Glück erzählten. Auch griechische Wirtschaftsexperten kamen zu Wort. Als Spielfolie verwendeten die Regisseure Homers „Odyssee“, in der sie eine Metapher für die Irrfahrten der modernen Nomaden erkennen. Die Struktur des antiken Epos bildete den Rahmen für die Inszenierung. Ehemalige Gäste und sogenannte Gastarbeiter, krisengeplagte Athener unserer Tage, Schauspieler und Experten diskutierten auf der Bühne gemeinsam mit Prodromos Tsinikoris in der Spielfigur des Telemachos, Sohn des Odysseus, die Zustände in Europa.
"Telemachos – Should I stay or should I go?" war eine Koproduktion des Ballhaus Naunynstraße in Berlin mit dem Onassis Cultural Center in Athen und wurde in beiden Städten aufgeführt.

Regie: Anestis Azas, Prodromos Tsinikoris, Dramaturgie: Jens Hillje, Irina Szodruch
Mit: Sofia Anastasiadou, Knut Berger, Despina Bibika, Kostis Kallivretakis, Christos Sarafianos, Prodromos Tsinikoris, Giannis Tsoukalas
Initiiert von Shermin Langhoff

Kon­takt

Kultursprünge e.V. im Ballhaus Naunynstraße

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