The Big Sleep

Interdisziplinäres Projekt zur Taxidermie

Die Vollversion des dekorativen Hintergrundbildes dieses Elements anzeigen.

Projektbeschreibung

Die Leipziger Theatermacherinnen Alisa Hecke und Julian Rauter erforschen mit ihrem Projekt die Motive und Hintergründe der Tierpräparation: Wie fungieren Körper als Träger von Erinnerung? Wie werden tote Körper in der Tierpräparation gestaltet und nach welcher Ästhetik? Wie gelingt es mit diesen handwerklichen Verfahren, die Illusion von Lebendigkeit zu erzeugen? In ihrem künstlerischen Ansatz betrachten sie die Präparation als eine Kulturpraxis, die sich dem Verfall und dem Vergessen zu widersetzen sucht und angesichts des Artensterbens eine besondere Dringlichkeit gewinnt. Auf der Basis von Interviews mit Tierpräparatoren entwickeln die Künstler zu diesem Thema fünf verschiedene künstlerische Formate – Performance, szenische Installation, Kurzstück, Audioinstallation und Hörstück – für mehrere Theater, ein Festival und Museen in Deutschland und der Schweiz.

Für die Performance „The Big Sleep“, die an Theatern in Leipzig, Berlin und Basel aufgeführt wird, gestaltet das Künstlerduo ein Stillleben, in welchem sie Performerinnen und Tierpräparate in Szene setzen. Im Zentrum steht die Frage, wie lebende Körper ästhetisch aufbereitet, betrachtet und erinnert werden. Mit Blick auf die schiere Masse an Artefakten, die in Kulturdepots lagern, reflektiert die szenische Installation für das Kunstfest Weimar die Bedeutung und Sinnhaftigkeit menschlicher Sammlungspraxis. Die Besucher sind eingeladen, in einer Werkstatt Exponate selbst zu erkunden sowie Tonspuren und dokumentarisches Material zu entdecken und können eine Live-Präparation erleben.

L/Imitation of Life“ wirft eine neue Perspektive auf die bestehenden Sammlungen des Naturhistorischen Museums Basel und des Naturalienkabinetts Waldenburg. In O-Tönen kommen diejenigen zu Wort, die maßgeblich die Wahrnehmung der Museumsbesuchenden prägen: Privat-philosophische Reflektionen von Tierpräparatoren über Inszenierungsstrategien und eigene ästhetische Präferenzen der Präparation geben Einblick in die verborgenen Ordnungen des Museums. In Basel wird die Arbeit als Audio-Installation, in Waldenburg als Hörstück erlebbar.

Künstlerische Leitung: Alisa Hecke, Julian Rauter
Produktionsleitung: Nora Schneider
Dramaturgie: Nadine Vollmer
Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen: Katharina Bill, Lydia Mäder, Cornelia Friederike Müller, Malte Scholz, Alvin Probst, Andi Willmann, Nina Maria Wyss, Jean-Marie Zumstein u.a.

  • Performance „The Big Sleep“, Residenz Schauspiel Leipzig: 19./20./23./24./26./27.6.2020; Theaterdiscounter Berlin: 29./30./31.10., 1.11.2020; Roxy Birsfelden: 5./6.11.2020;
  • Szenische Installation „Melancholie der Sammlung“, Kunstfest Weimar: 29./30./31.8.2020;
  • Audio-Installation „L/Imitation of Life“, Naturhistorisches Museum Basel, 25.9.–30.11.2020;
  • Hörstück „L/Imitation of Life“, Naturalienkabinett Waldenburg: 24.7.–26.9.2021

Termine

  • 25. Juli, 2021 bis 26. September, 2021: Hörstück „L/Imitation of Life“

    Naturalienkabinett Waldenburg, Waldenburg

  • 5. November, 2020 bis 6. November, 2020: Performance, „The Big Sleep“

    Roxy, Biersfelden

  • 29. Oktober, 2020 bis 1. November, 2020: Performance „The Big Sleep“

    Theaterdiscounter, Berlin

  • 29. August, 2020 bis 31. August, 2020: Szenische Installation „Melancholie der Sammlung“

    Kunstfest Weimar, Weimar

  • 19. Juni, 2020 bis 27. Juni, 2020: Performance, „The Big Sleep“

    Residenz Schauspiel Leipzig, Leipzig

Kontakt