Der Tschadsee ist einer der ältesten Süßwasserseen in der Sahara, der die Länder Tschad, Nigeria, Niger und Kamerun mit Wasser und Nahrung versorgt. Er bietet Mensch und Natur einen Schutzraum und ist ein spirituell aufgeladener Ort für die um ihn lebenden Ethnien und Kulturen. Der Schwund der Ressource Wasser, veränderte Regen- und Trockenzeiten, eine um sich greifende Desertifikation und die zunehmende Instabilität und Militarisierung der Region bedrohen den See und seine Anrainer heute. Er ist mittlerweile zu einem Symbol für den Zusammenhang von Klimawandel, Flucht und Migration geworden.
Das Tanzstück „The Drying Prayer“ des tschadischen Choreografen Taigué Ahmed, das er gemeinsam mit dem in Montréal lebenden Musiker DJ Caleb Rimbtobaye/Afrotronix und fünf afrikanischen Tänzerinnen und Tänzern entwickelt, beschäftigt sich mit den jüngsten Transformationen von Lebensraum und Gemeinschaftsstrukturen am Tschadsee. Es ist eine getanzte Kartografie und Bestandsaufnahme, bei der traditionelle und zeitgenössische Tanzstile wie Hip-Hop und Coupé-Décale zusammengeführt werden. Die Musik von Caleb Rimbtobaye/Afrotronix nimmt die Rhythmen und Gesänge der Region auf und verbindet diese mit elektronischer Musik und Sprechgesang. Es entsteht ein afrofuturistischer Sound, eine hörbare Zukunftsvision für den Tschadsee. Ahmed und Rimbtobaye verstehen Kunst als Mittel der Kommunikation und als Motor für Veränderung. Aus diesem Grund werden die Aufführungen begleitet von Diskussionen, Vorträgen und Workshops zu Bedeutung und Folgen von klimatischen Veränderungen.

Choreografie, künstlerische Leitung: Taigué Ahmed
Tanz: Baidy Ba, Aimé Djedonang, Hervé Dakanga, Julie Iariosa, Aly Karembé
Musik: Caleb Rimbtobaye/Afrotronix
Kostüm und Bühne: Veronika Utta Schneider
Dramaturgie: Sarah Israel
Lichtdesign: Wolfgang Eibert

Premiere und zwei Folgevorstellungen, Theater HochX, München: Oktober/November 2020; zwei weitere Aufführungen: Deutsches Nationaltheater Weimar, Weimar: Oktober/November 2020; eine weitere Aufführung Deutsches Theater Göttingen, Göttingen: Oktober/November 2020; eine weitere Aufführung Institut Français des Tschad, N’Djamena: Dezember 2020

In Kooperation mit dem Theater HochX und Live Art, dem Deutschen Nationaltheater Weimar, dem Deutschen Theater Göttingen und dem Institut Français des Tschad. In Zusammenarbeit mit dem Centre National de la Danse (Paris).

Kon­takt

Sarah Israel und Sabine Klötzer GbR - SISK

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