Die Strategien und Techniken der Performance-Kunst, wie sie in den 1970er Jahren entwickelt wurden, wollten sich Marktmechanismen widersetzen. Mittlerweile ist das Konzept des Performens aber selbst Teil des Verwertungszusammenhangs geworden. Das Projekt „The Greatest Show on Earth“ trat an, die Performance-Kunst durch Überführung in das Format „Zirkus“ zu retten. Im Zirkus, so Walter Benjamin, hat die Wirklichkeit das Wort, nicht der Schein. Der Zirkus bejaht die vollständige Ökonomisierung des Selbst, er zeigt das Disparate und Laute, stellt Freaks und Fremde aus und bietet ihnen gleichzeitig einen geschützten Raum. Das Projekt lud international renommierte Künstler und Kollektive aus verschiedenen Ländern ein, Nummern für ein Zirkusprogramm zu entwickeln und durch diese Form ihre eigene künstlerische Praxis herauszufordern. Tänzer, Choreografen und Performance-Künstler experimentierten mit Dressur, Erotik, Magie, Akrobatik, Clownerie und Ballett: Das Choreografen-Paar Florentina Holzinger und Vincent Riebeek zeigten einen entblößenden Trapezakt, Valérie Castan und Antonia Baehr führten einen Dressurakt des Selbst vor, das Performance-Duo Hendrik Quast und Maika Knoblich stellte das Verhältnis von Mensch und Tier auf die Probe und die Kunstcombo contact Gonzo begab sich in den Kampf mit ihrer Todesmaschine. Dazu spielte das neo-dadaistische 2-Mensch-Ding-Orchester Les Trucs als Zirkusband.

Künstlerische Leitung: Anna Wagner & Eike Wittrock

Künstler/innen: Meg Stuart (US), Philippe Quesne (F), Antonia Baehr & Valerie Castan (F), Jeremy Wade (US), contact Gonzo (J), Florentina Holzinger & Vincent Riebeek (A/NL), Eisa Jocson (RP), Maika Knoblich & Hendrik Quast u.a.

Weitere Termine:

Nanterre-Amandiers, Paris: 30. September bis 5. Oktober 2016

Kon­takt

Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main GmbH

Waldschmidtstraße 4

60316 Frankfurt am Main

www.mousonturm.de