Schillers Wallenstein-Trilogie gilt gemeinhin als unspielbar für deutsche Stadttheaterbühnen: mehr als 80 Rollen, über 9 Stunden Bühnengeschehen. Eine Aufführung aller drei Dramen (Wallensteins Lager, Die Piccolomini und Wallensteins Tod) stellt für alle Beteiligten eine Herausforderung dar - für die Künstler ebenso wie für die Produzenten und das Publikum.

Die politische Bedeutung des Wallenstein ist offenkundig: An der Figur des zaudernden Machthabers zeigt Schiller die Gefahren eines unentschiedenen Handelns auf. Der dramaturgische Zusammenhang zwischen den drei Stücken ist ein "Wunderwerk von Komposition". Durch die Simultaneität vieler Szenen gelingt dem Dichter die Darstellung eines historischen Tableaus in allen Facetten. Die scheinbar endlosen Wiederholungen sind eher als fugenhafte Variationen der zentralen Fragen um Aufstieg und Fall der Macht zu verstehen.

Peter Stein gewann dem Bühnenklassiker eine hohe Aktualität im gegenwärtigen Europa ab. Ihm ging es darum, "die gedankliche und musikalische Kraft der Schillerschen Rhetorik herauszuarbeiten und gleichzeitig einen Text wieder zu beleben, der ausschließlich von Politik handelt und Themen von gesamteuropäischer Bedeutung berührt: Welches politische System kann in Europa Frieden und Sicherheit garantieren? Welches sind die ewigen Gesetze politischen Handelns, wie sehr ist das Neue alt und das Alte neu, was ist geschichtliche Notwendigkeit und individuelles Versagen, wie ist der Lauf der Geschichte beeinflussbar, kann man ein allgemein anerkanntes politisches und ökonomisches System überhaupt verändern?" (Peter Stein)

Produziert wurde dieses außergewöhnliche Theaterspektakel vom Berliner Ensemble gemeinsam mit Peter Steins Wallenstein GmbH.

Regie: Peter Stein
Schauspieler/innen: Klaus Maria Brandauer (Wallenstein), Peter Fitz (Octavio Piccolomini), Daniel Friedrich (Graf Terzky), Rainer Philippi (Illo), Uli Pleßmann (Isolani), Jürgen Holtz (Buttler), Walter Schmidinger (Seni Baptista), Axel Werner (MacDonald), Michael Rothmann (Devroux), Roman Kaminski (Wrangel), Elke Petri (Herzogin von Friedland) und Elisabeth Rath (Gräfin Terzky), Alexander Fehling (Max Piccolomini) Friederike Becht (Thekla).  
 

 

Premiere war am 19. Mai 2007 in der Preuss-Halle (ehemalige Kindl-Brauerei in der Werbellinstraße) in Berlin-Neukölln. Die 29 nachfolgenden Vorstellungen fanden an allen folgenden Wochenenden statt (samstags & sonntags) bis 8. Juli und - nach den Theaterferien - wieder an den Wochenenden 25. August bis 23. September. Jeweils an einem Tag wurden alle drei Teile gezeigt, insgesamt dauerte die Trilogie etwa zehn Stunden, Vorstellungsbeginn war jeweils 14 Uhr.

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