Keine andere medizinische Technik hat so unmittelbare gesellschaftliche Konsequenzen und wirkt sich so stark auf Lebens- und Karriereplanung, Familienmodelle und Geschlechterrollen aus, wie die Reproduktionsmedizin. In welcher Lebensphase bekomme ich Kinder, wie beeinflusse und kontrolliere ich, wer da geboren wird? Mit welchen Zwängen geht diese Freiheit einher und wer leistet sie sich?
Das Theater Freiburg und das Institut für Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Freiburg knüpften mit Wunschkinder an den Erfolg ihres gemeinsamen Theaterprojektes Optimierung des Gehirns an und arbeiteten in diesem Projekt erneut mit Laien zusammen. Etwa 50 Menschen unterschiedlicher Generationen arbeiteten mit Regisseuren, Ethikern und Dramaturgen an einer Recherche, die in vier Theaterperformances mündete. Ihre Themen waren: Leihmütter, Samenspender, Google-Babys, Unerfüllter Kinderwunsch, Baby mit 50 und Designerbabys. Ein Schwerpunkt lag bei diesem Projekt auf dem Sammeln von individuellen Geschichten, einer sogenannten „narrativen Bioethik“. Die lokalen Geschichten wurden zu Extremfällen aus den USA, Kanada oder Holland in Beziehung gesetzt. Die Arbeitsgruppen entwickelten dann zusammen mit Schauspielern je eine Theaterperformance, die auf dem abschließenden Themenkongress uraufgeführt wurde.
Ärzte, Juristen, Theologen, Filmemacher, Soziologen, Philosophen und Betroffene versuchten ihre Perspektiven in Diskussionen und Gesprächsforen miteinander abzugleichen.

Kuratoren: Oliver Müller, Joachim Boldt, Uta Bittner, Hans-Peter Zahradnik, Francoise Baylis (CA), Jean-Pierre Wils (NL); Regie: Boris Nikitin; Projektleitung: Benjamin Glück; Dramaturgie: Viola Hasselberg

Kon­takt

Theater Freiburg

Bertoldstraße 46

79098 Freiburg im Breisgau

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